Eine etwas verspätete Neuigkeit
Eine witzige Ansage: Eine aus dem Gegenwartsbundestag warnt vor der rechtsgängerischen Drehung in dem neuem Bundestagexemplar, Jahr '17.
Kann man denn eigentlich noch vor was warnen, was locker der Tatsache entspricht?
Wie viele mit Rechtsdrehung hocken nun lange dort auf den Bundestagsparlamentssitzen rum! Leute haben SIE gewählt.
Vor allem Dingen aus dem Östlichen kriegt man sie her: Rechtseingedrehte. Die aus den Ostgebieten, fast könnt man sagen: Von weiter links auf das Rechte gedreht.
Obwohl das nach rechts raus im geschlossenen Kreis auch nichts weiter als eine weitere kleine Linksdrehung war. Nur daß man mit ihr nun nicht mehr was "Linkes" vertritt, sondern rechts draußen auf der Fläche da aufgeschlagen ist.
Der kleinbürgerliche Muff so ostwärts, der ist in seiner Spießigkeit rechtsdraußen angekommen. Erst waren sie linksindoktriniert, haben den alten DDR-Zeiten hinterhergeweint - jetzt hat's ein Hüpferchen getan, und man steht breit auf der Rechtsaußenseite.
Man erinnere sich an die Beschreibung der DDR-Bürger. Daß die zwar im "Kommunismus" lebten. Aber eigentlich dort in einem spießbürgerlichen, enghorizontalen Mief es sich urgemütlich machten. "Deutscher als Deutsch". Bei den Ansagen von Uniformität allüberall wußten sie im übrigen, was sie zu tun hatten.
Wo sie in der DDR hingehen mußten, darüber hatten sie Bescheid gekriegt. Das ging tief. War deutlich sichtbar, bis hinein in die DDR-Fußballstadien, in denen es messerscharf choreografierte Massenturnveranstaltungen gab. Die Leute waren einfach zu oft genau orientiert, mit was sie sich im Staat lieb Kind machen konnten, mußten. Und es war nebenher Soldaten-, Korpsgeist. Bei Wehrübungen. Gleichschritt im Turnverein, wo jeder dasselbe wie der andere turnte, bis hin zum Umgang miteinander im Partei-Kader. Selbst in der Schule gab man sich dem Stechschritt hin. War alles eigentlich was ähnlich der großen Diktatur der dreißiger, vierziger Jahre. Nur, daß es sich für den DDR-Bewohner ein wenig anders nannte. Das, was ganz früher "Faschismus" hieß. Bei den vielen Übereinstimmungen der "Kommunisten" mit den Faschisten. Überreichliche Schnittmengen.
Einzig und alleine, das mit dem kommunistischen Sprech, das war dabei ein wenig gewöhnungsbedürftig. Allerdings nicht für den, der mit so was schon in der Schule vertrautgemacht wurde. Schülern war es was Leichtes, ihn sich draufzutun.
Und jetzt gibt man sich "alternativ", kommt mit der Rechtsrausdrehung. Hat so riesige Probleme mit unterschiedlicher Rasse, Religion. Belobigt das Nationale. Fühlt sich irgendwo als ein Ureinwohner, der doch mehr zu sagen hätte, wie irgendwer, der von anderswo zuzog. Geradezu kommt man an, als würde einem irgendwie immer was vom anderen weggenommen. Selbst das Üblichste neidet man noch. Bis hin zu einem Mittagessen. Und wenn's dort lustiger zugeht, nicht jeder weint, ist's schlimm.
Das Essen, das die anderen sich selber zubereiten, das im übrigen recht gut schmecken kann. Viel zu gut. So sehen SIE es.
Diese neue Bundestagsausgabe, sie ist ein rechtes Problem. Und man muß lange keinen mehr vor was rechten Inhalten warnen. Die rechtslastigen Inhalte sind lange vor Ort eingetroffen. Säuseln traut an jedem parlamentarischen Ohr.
Als Redestandpunkte waren nun manches schon bei aktuellen Stunden mitanzuhören. Wie der Klang derer ist, die sich mit dem schönen Klang des Wortes "alternativ" schmücken. Ihr säurehaltiger Tenor, der dich im Innern verätzen soll, nimmst du davon was als Gewöhnliches, Übliches an, mit der eindringlichen Vernunftstimme vorgetragen.
Ähnlich wünschen SIE es sich. Wie sie in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts vor Anno '33 mit ihrer Billigkeit groß was staatszersetzend wirken wollten. Und vor allem: konnten. Sie schafften es Anno '33, sich anzubringen.
Dort, in dem Bundestag, hat es neuen Einzug gehalten. Die frisch sprechenden Stimmen, die klangen "identitär" auf. Hatten eine Vereinigung Europas auf der Ablehnungsschiene. Als wärs wirklich gräßlich, schändlich, verlören sich die altprofanen, schnöden Nationalstaaten ins Nirwana, gingen in was Größerem auf. Etwa einem vereinigten Europa.
Und es war dieser Klang dort vom Bundestagrednerpult: etwa, wie sie Syrien-Flüchtlinge am liebsten im großen Stil in ihre Heimat zurückschicken würden.
Zu ihrem altbekannten Machthaber, der sich noch überhaupt nicht so recht um all seine Gegner kümmern konnte. Weil der dafür die Muße des Friedens bräuchte, daheim bei sich wie gewohnt restlos aufzuräumen.
Weil, wenn bei ihm der "Friede" herrscht, dann kommt zu dir die Staatsmacht in Form von uniformierter Polizei und so zu Besuch. Dann wirst du, weil du nicht vergessen bist, zu erzählen haben. Du warst ein Flüchtling? Du warst im Ausland? Warum denn? Hättest du nicht dableiben können? Hättest du nicht das Militär verstärken können, die Polizei? Wem anders warst du zugeneigt? Jetzt bist du aber wieder daheim!
Er hat sicher die wenigsten Probleme damit, insbesondere in Friedenszeiten die Gefängnisse mit weiteren Widersachern, möglichen Oppositionellen zu füllen. Nicht nur mit irgendwelchen Verbrechern. Dieben, Betrügern, Übeltätern, Mördern. Er sieht dann viele andere weiterhin triefäugig an. Und seine Polizei ist seine Polizei. In seinem Sinne wird von ihr gehandelt.
Also, dem einen syrischen Diktator den nicht vorhandenen Bart zu kraulen, ihm schönzutun, damit Syrier in bei IHM befriedete Gebiete abreisen könnten, ihre Häuser dort neu zu errichten, für Wiederaufbau zu sorgen ...
Hat das nicht was? Verrät das nicht ein weniges der Hinterkünftigkeit?
Beste Bundestagsgegenwart.
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