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Blog von TeddeMehr

1. Teil: 1.4

5. Dezember 2019 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #dreimal erwachen

4

 

Auf dem Holzschild, auf das Jo, der Revolvermann, von "Susan", seinem Wallach, aus herabblickte, standen zwei Worte in roten Großbuchstaben. Wie nicht mit Farbe, sondern mit Blut geschrieben.

Die Blutstropfen, die man nicht wegwischte, sondern dort eintrocknen ließ, wo sie hinverlaufen waren. Wohl damit jeder wußte, was er von der Örtlichkeit zu halten hatte.

PAIN CITY - war zu lesen.

Pain City - Stadt des Schmerzes.

 

Ein besonderer Name, fand Jo, das: Pain City.

Nebenher war Pain City ein Städtchen, das ihm überall als ein verkommenes Drecksloch beschrieben wurde. Als nichts als ein verkommen heruntergekommenes Dreckloch.

Eigentlich niemand, der freiwillig nach Pain City wollte.

Trotzdem hatten viele gemeint, schon mal in der Stadt gewesen zu sein. Ohne dann mehr von den Stadtbegebenheiten zu wissen, als daß eine Postkutschenstraße mitten durch sie hindurchverlief. Ein reines provisorisches, windschiefes Holzlattenstädtchen, das morgen wieder abgerissen werden könnte.

Allerdings eins mit einen weitläufigen Saloon mit zwei Obergeschossen und einem hohen Stiegenaufgang.

Neuerdings sollten dort im Saloon auf einer großen Bühne jede Menge Mädels tanzen. Nicht nur diese eingefangenen billigen, duchmäuserischen Indianer-Bräute, echt andere Weibsbilder.

 

In dieses trübe Fassadenstädtchen wollte Jo trotz seines Widerwillens, seiner Abscheu nun doch hineinreiten. Mittenrein. Statt an den Zügel Susans abrupt zu ziehen, daß es Susans Kopf herumriß. Susan hätte die Sporen vertragen, hätte er sie ihm gegeben. Auf und davon. Nur weg von hier.

Alles für den einen Auftrag. Der er war endlich auszuführen.

Lange genug, daß die Angelegenheit ihm unter den Nägeln brannte; langsam wurde es damit geradezu bedenklich gefährlich, auch für Jo, den Revolvermann.

Jo, der Revolvermann, er hatte in Pain City was zu erledigen. Die Angelegenheit wurde dringlicher. Gut für den Ruf Jo's, des Revolvermannes, wäre es in jedem Fall gewesen, da was hinter sich zu bringen.

 

Das hatte Jo, der Revolvermann, in Pain City zu tun, was er gut konnte: schnell ziehen und schießen. Sich damit erneut als echten Revolverhelden beweisen.

Es war ohnehin nicht besonders, daß Jo, der Revolvermann, nicht längst seinen Job erledigt hatte. Jo, der Revolvermann, der die Dollars dafür schon vor Monaten erhalten hatte. Vor ein paar Monaten. Ohne bisher was für sein Geld getan zu haben.

Es war für alles höchste Zeit. Wirklich allerhöchste Zeit.

Das Unausweichliche, Jo mußte sich dem stellen. Es mußten Dinge zu einem Ende gebracht werden. 

Auch Marga würde er wiedersehen. Wie er sich das wünschte, Marga wiederzusehen, so sehr haßte er es auch.

 

Den Auftrag schlußendlich überhaupt nicht zu erledigen. Nichts, das irgendwie für Jo's Revolerheldruf zuträglich war.

Jetzt hatte Jo, der Revolvermann, erfahren, wo der von ihm Gesuchte sich aufhielt. Bei dem einen, daß Marga sich befand.

Die Gelegenheit war günstig für Jo, dem Revolverhelden. Geradezu, zwei Fliegen, die mit einer Klatsche zu schlagen waren.

Die Sporen gab Jo, der Revolermann, Susan, seinem Wallach, trotzdem nicht.

 

Marga, von der war ihm von dem einen, der  Margas Kutscher war, berichtet worden, daß der eine, den Marga treffen hatte wollen, wegen dem herumgefahren wurde, dann plötzlich in einer Schlucht neben der Kutsche auftauchte. Mit vielköpfiger Begleitung, bis an die Zähne bewaffnet.

Angehalten wurde mitten in der Schlucht. Margas Gepäck abgeladen. Marga stieg auf ein Pferd. Die restlichen Reiter übernahmen Margas zahlreiche Gepäckstücke.

Woraufhin Marga für ein Weilchen spurlos verschwand.

Jetzt jedoch war klar, wo Marga sich aufhielt. Die Rede war von Pain City, der Willy-Stadt.

Mädels tanzten in Pain City. Seit Marga in Pain City eintraf, waren in dem einen, einzigen Saloon andere Mädels am Tanzen, als die, die früher dort tanzten.

 

Golddollars hatte Jo, der Revolvermann, in der Tasche gehabt, weil er einen Auftrag annahm. Mit den Dollars, daß Jo Marga, die Barfrau, aufsuchen wollte. In dem Hotel, in dem Marga, die Barfrau, arbeitete, daß Jo eintraf, um dort zu erfahren, daß Marga eine Kutsche gemietet hatte.

Der eine, neben dem Marga am Kutschbock hockte, um davonzufahren, den kannte in der Stadt jeder. Jo, der Revolvermann, erfuhr, wo der Mann sein Haus hatte, schaute bei ihm vorbei. Sich anzuhören, was der eine Jo, dem Revolvermann, erzählen würde.

Klar wurde Jo, dem Revolvermann, des weiteren, wer das war, bei dem Marga sich einstellte. Und wie alles zusammenpaßte.

Trotzdem hörte Jo, der Revolvermann, ein längeres Weilchen nichts mehr von Marga. Bis Jo das nächstemal in dem einen Hotel, in dem Marga früher als Barfrau und Unterhalterin gearbeitet hatte, vorbeischaute. Plötzlich wußte man wieder was Neuigkeiten von Marga. Berichtete, daß Marga eine neue Beschäftigung hätte. In dem einen, einzigen Saloon in Pain City.

Beste Bezahlung hätte jede zu gewärtigen, die nach Pain City kam. In der Weise ließ Marga es jedenfalls in ihrer altgewohnten Umgebung verbreiten. Nicht erfolglos. Ein paar der in dem Hotel tätigen mehr oder weniger jungen Damen glaubten an die Wahrheit in Margas Korrespondenz, packten wie Marga ihre Koffer. Innerhalb kürzester Frist, daß einige nach Pain City abreisten, auf Margas Spuren, mit denen Jo ganz gut bekannt war.

 

All das war länger her. Marga, die Bardame, sie wiederzusehen, sich mit ihr auszusprechen, nach Pain City dafür nur zu reiten brauchen. Auch seinen Auftrag hätte Jo, der Revolvermann, in Pain City ausführen können.

Ausgerechnet bei Pain City war Jo, der Revolvermann, jedoch mehrmals abgebogen. Wollte nicht weiter, nach Pain City, dem Kaff, dem er ohnehin längst einen Besuch abgestattet haben sollte.

Diesesmal war Jo, der Revolvermann, jedoch zur Abwechslung mal weitergeritten, als er an der Straßenkreuzung las, daß Pain City nicht mehr sehr weit entfernt war.

Jo, der Revolvermann, der MUSSTE das geradezu, nach Pain City hinzureiten. Es gab kein Entkommen mehr. In Pain City war das andere schließlich mitinbegriffen: das mit der Auftragserledigung. Und das in dem Saloon, in dem Marga heutzutage eine wichtige Angestellte war. Stimmte das, was man dauernd Jo gegenüber daherredete, war Marga eine Art Geschäftsführerin, herrschte über die Weiber und die servierten Getränke.

 

Die Revolver Jo's, des Revolvermannes, sollten glühen.

Alle möglichen Kleinigkeiten demnach, die er in Pain City hinter sich zu bringen hatte. Das hieß, wenn er nicht kehrt machte, links und rechts die Sanddünen hinaufritt.

Was wiederum geheißen hätte ... Vielleicht beobachtete irgendwer Jo, den Revolvermann, schaute ihm beim Davonreiten hinterher.

Vielleicht jemand mit wissenden Augen. Langsam machte es die Runde, daß Jo, der Revolvermann, einen Auftrag angenommen hatte. Der weiterhin unerledigt blieb.

Die Sporen gab Jo Susan, seinem Wallach. Susan, der wehleidig loswieherte, aus dem Stand voransprang.

Rechter Hand lenkte Jo Susan plötzlich, ließ Susan die Dünenanhöhe hochjagen. Nur fort von der Straße, die ihn, wenn er auf ihr weitergeritten wäre, innerhalb kürzester Frist nach Pain City hineingebracht hätte.

 

 

 

 

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