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Blog von TeddeMehr

1. Teil: 11.6

25. Juli 2020 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #dreimal erwachen

Unvermittelt wußte Jo, der Revolvermann, wieder was. Eine Erinnerung überkam ihn, eine, die sich anlaßlos in ihm Bahn brach.

Er war doch nicht einfach so nach Pain City hingeritten. Mit dem festen Vorhaben, sich mit dem Willy der Willys in Pain City zu duellieren. Damit endlich seine Pflicht zu tun, im Sinne der Ostleute. Für diejenigen, die ihn beauftragt und dafür bereits in Gold beziehungsweise -dollars gelöhnt hatten.

 

Das erste Erinnerungsbild war, daß er sich im Irgendwo eines Niemandlandes innerhalb einer Wagenburg aufgehalten. hatte. Nicht durch Zufall. Ein Kramerladenbesitzer war Jo, dem Revolvermann, in einer Postkutschenhaltestation gegenübergetreten. Der Mann hatte im Angesicht Jo's, des Revolvermannes, damit begonnen, Golddollars aus einem Stoffbeutel zu holen und in einen zweiten hineinzuzählen. Beiläufig meinte der Krämer, daß er in Jo, den Revolvermann, Jo, den Revolvermann, erkannt habe.

Jo, der Revolvermann, der nicht wegging, die Schulter zuckte, und die Lederschlaufen von den Hähnen seiner beiden Revolver herunternahm.

Sein Gegenüber sprach davon, daß er keine brauchbare Begleitung hätte; niemanden, der besser mit Revolvern umgehen konnte. Deswegen gäbe es keinen, den er als Begleitung mit sich mitnehmen konnte, mit ihm und seinen Packeseln zu einem weiter entfernteren Treffpunkt fahrender Händler zu reiten.

 

Einen Beutel voller Golddollar erhielt Jo, der Revolvermann, im voraus dafür, daß er als bewaffneter Beschützer mit dem Kramer, der in Geschäften reiste, mitkam. Wenn sie sich am Ende gemeinsam miteinander auf den Rückweg begaben, gesund blieben, konnte Jo, der Revolvermann, nochmals einen in derselben Weise prallgefüllten Beutel Golddollars ausgehändigt bekommen.

 Jo, der Revolvermann, stimmte dem Geschäft zu, kriegte ohne viel Aufhebens den einen versprochenen dicken Beutel Golddollars ausgehändigt.

Wirklich nicht das bißchen ein Problem hatte Jo, der Revolvermann, damit, auf Susan, dem Wallach, zwei bepackten Packeseln  vorauszureiten, morgens, mittags und abends Feuerholz zu suchen, Eßbares zuzubereiten und nebenher noch die Reittiere zu versorgen.

Mit dem Krämer, der viel von der Welt wußte, konnte man sich zudem angenehm unterhalten. Gemeinsam kam man  irgendwann bei jener Wagenburg an, zu der Kramerlädenbesitzer hingelangen wollte. Ein Geheimnis machte der Mann daraus, in welchen Städten er seine vielen Läden betrieb.

 

Auf einen großen Kreis zusammengefahrener Pferdefuhrwerke fahrender Handelsleute starrte Jo, der Revolvermann, mal von einem Hügel aus, herunter. Die winzigen Punkte, die er sah, alles Leute

Vor Ort trennten sich die Wege erst mal. Der Kaufmann, der mit Jo, dem Revolvermann, übereinstimmte, daß man anderntags an der gleichen Stelle zur Abendszeit wiedertreffen könnte. Oder, man erschien auch nicht.

 Jo, der Revolvermann, schritt gemeinsam mit Susan, seinem Wallach, den er an der Leine führte, von dannen.  Am Schluß hatte der erste nichts mit den Geschäften des zweiten zu schaffen. Diesen und jene Revolver, irgendein interessantes Gewehr, das Jo, der Revolvermann, unter Umständen kaufen konnte, den oder den Revolver.

Vor den Huren in ihren Wägen wurde Jo, der Revolvermann, gewarnt. Die versetzten ihre Getränke gerne mit Schlafmohn. Selbst tot konnte man hinter einem Gebüsch gefunden werden, lohnte sich ein Mord.

 

Susan, den Wallach, konnte Jo, der Revolvermann, mit einem Nummernband um den Hals in einer weitläufigen Pferdekoppel lassen. Woraufhin er sich ins dichte Getümmel warf. Fast eines, sittlich unanständig. Männer drängelten an Männern, Männer an Frauen, Frauen an Frauen, ohne daß sich irgendwer lautstark über Vorkommnisse beschwerte.

Drängeliger konnte es wirklich auf keinem der Marktplätze in den Städten an der Ostküste zugehen.

Von nah und fern schien man angereist, um sich innerhalb der einen provisorischen Wagenburgwelt einzufinden. Die, die Einkäufe tätigten, und die, die Kleinigkeiten zu verkaufen hatten.

Marktschreier klangen schrill; männ-, weibliches Gekreisch war allüberall. Alle Welt, die sich nichts sehnlicher wünschte, als daß man das Beste von sich daließ: seine Golddollar.

 

Um seinen Goldbeutel besorgte Jo, der Revolvermann, sich, um die beiden Revolver in ihren Lederholstern, obwohl die Lederschlaufen über die Hähne gezogen waren.

Einer Dame, die ihm gegenüberstehend wartete, endlich an ihm vorüberschreiten zu können, glotzte Jo, der Revolvermann, hemmungslos in den Ausschnitt. Dann nutzte sie die erste Gelegenheit, schlüpfte mit tief roten Wangen an Jo, dem Revolvermann, vorüber. In dem Augenblick passierte es, daß Jo, der Revolvermann, jemanden in einer stockenden näheren Reihe rumstehen sah.

Fast ein Schlag, der Jo, den Revolvermann, traf. Mit IHM, daß Jo, der Revolvermann, nicht rechnete. Obwohl auch derjenige einer war, dessen Daherkommen im Bereich des möglichen lag.

Den einen Willy der Willys, nach dem Jo, der Revolvermann, hinglotzte. Der Willy der Willys, der auf Jo, den Revolvermann, zukam, als er sich unter den vielen aufs neue voranschieben konnte.

 

Eine verflixte Situation fand Jo, der Revolvermann, das. Nicht das bißchen wußte Jo, der Revolvermann, was er hier anstellen sollte, wenn er und der eine Willy sich Auge in Auge einander gegenüber befanden.

Das mit dem Ziehen der Revolver war schwierig. Das mit Draufloszuballerei. Bei den Volksscharen, die sowohl um Jo, dem Revolvermann, und dem einen Willy eherum waren.

Allerhöchstens angrinsen konnte man sich, sich mit den Augen fixieren.

Blicke töteten allerdings keinen.

 

Dann löste sich das Problem für Jo, den Revolvermann, ganz von selbst. Der eine Willy der Willys, der anscheinend Jo, den Revolvermann, nicht erkannte, wandte sich abrupt seitlich weg. Drohte, mir nichts, dir nichtszwischen den vielen zu verschwinden imd Jo, dem Revolvermann, verlorenzugehen. Daß Jo, der Revolvermann, alles daran setzte, dem Willy der Willys auf den Fersen zu bleiben. Obwohl er für seine Vorandrängelei beschimpft wurde, den einen oder anderen Ellenbogen schmerzhaft in die Rippen kriegte. Alles nur, den einen Willy nicht wieder aus dem Blick zu verlieren.

Ein Glück war das, daß der Weg des Willys der Willys überhaupt nicht weit war. Beim Verkaufstand eines Tuchhändlers, daß der Willy der Willys stehenblieb. Um, als er an die ausgelegte Tuchware drankam, damit zu beginnen, Tuch um Tuch zu befummeln, seine Hände tief in sündhaft teuren Samt hineinzugraben.

 

Ohne Vorwarnung wurde dem einen Willy was vor das Augenpaar gehalten. Etwas, das in Ölzeug verpackt und verschnürt war.

Der Willy der Willys nickte mit dem Kopf, hob den Zeigefinger. Es schaute alles danach aus, daß nichts gänzlich unerwartet geschah. Daß das Verpackte der eigentliche Grund war, weswegen der Willy der Willys vor dem Fuhrwagen des fahrenden Handelsmannes in Sachen Tuchware erschienen war.

Schnüre wurden mit einem Zuschneidemesser zertrennt. Im Angesicht des einen Willys, daß mehrere Wachssiegel zerbrachen, woraufhin der gewichtig wirkende Handelsmann das Ölzeug auseinanderfaltete.

Ein herrliches sahneweißes Kleid, zweifelsfrei für eine Braut, wurde über der Breite des Verkaufsstandes ausgebreitet hingelegt.

 

Das eine Kleid, direkt aus Paris, wie der Tuchhändler es dem Willy der Willys richtiggehend feierlich und großäugig erläuterte, zu dem Willy vorgebeugt.

Der Willy der Willys schien jede Einzelheit zu verstehen. Wie in Ekstase strich er ein ums anderemal über den mit Spitzen besetzten weißen Samtstoff. Daß Jo, der Revolvermann, zu hoffen begann, daß der eine Willy keine allzu schmutzigen Finger hatte.

Unvorstellbar angewidert war Jo, der Revolvermann, von dem Willy der Willys. daß er nahe daran war, seinen Derringer aus dem Ärmelversteck in seiner Reitjacke hervorzuholen.

Ein einziger gezielter Schuß in den Hinterkopf des einen Willys hätte gereicht. Während Jo, der Revolvermann, den Derringer augenblicklich fallen lassen und davonschlüpfen hätte können. Um augenblicklich zwischen den vielen, die innerhalb der Wagenburg durcheinanderwuselten, verschwunden zu sein.

Derringer, Derringer besaß Jo, der Revolvermann, an sich noch ein paar. Einer mehr oder weniger ...

 

Nach hinterrücks faßte der Willy der Willys, schob seine Hand auf Hosengürtelhöhe unter sein maßgeschneidertes Anzugsjackett.

Einen prallen, großen Lederbeutel, den der eine Willy von hinterrücks hervorholte.

Die Verschnürung an der Beutelöffnung, daß der Willy auffingerte.

Ein wahrlich massives, handflächengroßes Nugget, das der Willy der Willys dem Händler in die Handfläche legte, daß dem einen Augenblick die Hand abwärts wegsackte.

Eine unzufriedene Schnute zog der Handelsmaan, winkte mit dem Zeigefinger zu sich hin, was bedeutete: der eine dicke Goldbrocken, der war nicht genug.

Darauf, daß der eine Willy anfing, einen unbearbeiteten, kantigen gewichtigen Goldklumpen nach dem anderen auf ein gelbes Tüchlein zu plazieren. Alles solange, bis der großspurige Kaufmann doch mal zufrieden war, abwinkte und nachdenklich mit dem Kopf nickte.

An jedem einzelnen, der ihm  Goldbatzen, daß der Händler ausgiebig die Nagelfeile ansetzte und schabte. Anschließend alle Stücker einzeln und mit Genuß mit einer Handwaage abwog, ohne daß ihm ein einziger der Nuggets noch mal zu schwer wurde.

Nach einem geraumem Weilchen wurde dem geduldig wartenden einen Willy angesagt, daß der Kaufpreis genau erreicht wäre.

 

Das Hochzeitskleid ließ der eine Willy der Willys in eine mit rotem Samt ausgelegte, kupferbeschlagene Eisentruhe zwischen üblichere Samttuchfahnen legen, für die es reichte, diese mit einfachen Golddollars zu bezahlen.

Noch viel größere Ausgaben hätte der Willy der Willys sich erlauben können. Goldnuggets und -dollars hatte der eine Willy weiterhin in einem Maßstab zur Verfügung, daß er für jeden Räuber weiter ein lohnenswertes Opfer für einen Überfall gewesen wäre.

Auch Jo, der Revolvermann, hätte die Lederbeutel, die der eine Willy wieder verschwinden ließ, gerne in die Fingern gekriegt. Jetzt nachdem Jo, der Revolvermann, darum Bescheid wußte, war dieses Gold, waren die Dollars eine  Überlegung wert.

Genauso wie das: Das nächste Hochzeitskleid für Marga, die Barfrau, das der eine Willy der Willys käuflich erwarb. Diesesmal nicht irgendeines. Sondern eins, eine exklusive Besonderheit. Per Schiff über den großen Teich verbracht und sündhaft teuer. Ein Kleidungsstück, von dem man behaupten konnte, es bewies, daß der Willy der Willys ernste Heiratsabsichten hatte. Ernsthaft um die Hand Margas, der Barfrau, anzuhalten gedachte. Geheiratet sollte werden.

 

Ein livrierter Diener des fahrenden Händlers, der dem einen Willy die Truhe, an der zwei eiserne Vorhängeschlösser angebracht wurden, zu seiner für die Abreise bereitstehende Kutsche außerhalb der Wagenburg trug.

Auf Anweisung des Willys der Willys, daß die äußerlich nicht eben unscheinbare Truhe unter einem Haufen verschiedener Tierfelle achtern der Kutsche verstaut wurde.

 Derweil Jo, der Revolvermann, allem zuschaute, ohne, daß man ihm großartig Beachtung schenkte. Waffen kamen bei denen am Kutschbock und jenen, die hinten links und rechts auf den Standabsätzen stehend hinwarteten, keine zum Vorschein. Obwohl das nicht hieß, daß niemand Revolver an sich verbarg oder von irgendwo ein Gewehr hervorholen konnte..

Jo, der Revolvermann, zuckte die Schulter. Jo, der Revolvermann, ein bloßer, stiller Beobachter von Geschehnissen.

 

Ein neues weißes Hochzeitskleid für Marga, die Barfrau, das der Willy der Willys für sündhaft schwergewichtiges Gold erwarb. Mit dem arme Familien unbesorgt Jahre ihr Dasein fristen hätten können, ohne sich was um Feldarbeit oder sonstigen Fron was scheren zu müssen.

Jene Marga, die Barfrau, die Jo, dem Revolvermann, seit längerem untreu war, bei der stand eine Hochzeit bevor.

Allerbeste Seide. Exklusivste Pariser Spitzenware. Exquisiteste französische Nähereiarbeit. Der letzte modische europäische Schrei. Daß sich die Bräute in Europa die Hand vor den offenen Mund gehalten hätten, hätten sie eine gesehen, die dieses Kleid trug. Dabei war Marga, die Barfrau, weiter nichts als eine auf Blumensträuße wartende käufliche Hure. Alles andere als von blauem Geblüt, sonstwie von Adel. Nicht mal eine bessere Bürgersfrau war Marga, die Barfrau.

 Trotzdem, wahnsinnig viel Goldgewicht, das der Willy der Willys dem einen Kaufmann für diesen puren Luxus eines Brautkleids hingereicht hatte. Ein ungeheures Maß, das der milchigweiße, hergeschneiderte Tuchfetzen in Gold gekostet hatte. Als wäre der eine Willy der Willys verrückt geworden, würde er Marga, die Barfrau, in Goldnuggets aufwiegen.

 

Nun mußte es nur mehr Marga, die Barfrau, das zu schätzen wissen. Den Sachverhalt, daß der Willy der Willys sich in Unkosten stürzte. Für sie.

Der eine Willy, einer, der zudem erst mal seinen Bestimmungsort erreichen mußte. Auf der Heimreise konnte ihm und seinen Kutschleuten und Dienern einiges passieren. Schließich hatte er Jo, der Revolvermann, auf den Fersen.

Gesichert war das, daß Jo, der Revolvermann, der Reisekutsche des Willys hinterherreiten würde.

Der Kutsche mit einem Vierergespann an Pferden, zwei Gestalten oben am Kutschbock und zwei Mann achtern an den Seiten, der guckte Jo, der Revolvermann, hinterher. Bis sie fort war. Erst ab dem Augenblick beeilte Jo, der Revolvermann, sich, zu der Pferdekoppel zurückzukehren, auf deren Geläuf Susan, der Wallach, ihn erwartete.

 

 

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