1. Teil: 13.5
Sehr weit hätte geritten werden müssen, westwärts, sinnierte Jo, der Revolvermann. Nur, der Weg die Wolke hinunter, da zeigte sich, daß die Strecke weitaus kürzer war.
Geradezu unvermittelt trabten die Hufe Susans, des Wallachs, auf einer grünen Wiese, während sich das Wolkenartige, das sich bauschte, regelrecht schlagartig ins Nichts verlor.
Eine weitläufige Waldlichtung war das, auf der Jo, der Revolvermann, auf Susan, dem Wallach, hinter Marga, die Barfrau, und dem Willy der Willys herritt. Bis die voraus Reitenden ihre weißen Schimmel zügelten, und Jo, der Revolvermann, ebenfalls an den Lederzügeln zog, Susan, den Wallach, zum Stehen zu bringen.
Herum guckte Jo, der Revolvermann, für den es schwer überblickbar war, wo die Schönwetterwolke so plötzlich hinverschwunden war. Während deren weißfarbenes Bauschen die Zeit zuvor praktisch allüberall rundum war. Nur wenn der Wind stärker wehte, gestattete er Blicke auf das, was außerhalb der Wolke los war.
Nicht der Fetzen einer weißen Wattebauschwolke ließ sich bemerken, derweil Jo, der Revolvermann, himmelwärts hinaufblickte.
Am Himmel, daß jede Art Bewölkung ziemlich weit entfernt aussah. Überdies schien rechter Hand ein Unwetter aufzuziehen, so schwarz wie es dort aussah.
Irgendwas für Jo, den Revolvermann, Unverständliches nuschelte der Willy der Willys zu Marga, der Barfrau, hin, die an der Seite des einen Willys im Ledersattel am Rücken ihres Vollblutschimmels rumhockte.
Daß Marga, die Barfrau, auflachte, sah Jo, der Revolvermann, eher, als daß er es hörte.
Schließlich wandte Marga, die Barfrau, sich Jo, dem Revolvermann, zu, seltsam der Gesichtsausdruck. Daß sich die Linke Jo's, des Revolvermannes, unwillkürlich dem Griff des Sechsschüssers im Lederholster an der linken Hüfte näherte.
Ein Glück für Marga, die Barfrau, ihr Antlitz doch wieder von Jo, dem Revolvermann, abzuwenden, dem einen Willy zu. Eben in der Sekunde, als Jo, der Revolvermann, ziehen wollte.
Irgendeine neue witzige Bemerkung des einen Willys der Willys, die Marga, die Barfrau, zum Lachen brachte.
Glockenrein hell vernahm Jo, der Revolvermann, das Lachen Margas, der Barfrau. Oder glaubte er nur, ihr Gelächter zu erlauschen?
Fast schien es Jo, dem Revolvermann, daß es sich bei dem Gerede des einen Willys der Willys darum drehte, daß Marga, die Barfrau, und er mal von ihren Schimmeln herunterstiegen konnten. Es zügellos im Grün zu treiben, dessen Halme nicht allzu hoch wuchsen.
Ob das nun Jo, der Revolvermann, dem Treiben zuguckte oder nicht. Oder wollte Jo, der Revolvermann, bei allem mitmachen? Seinen Hosenstall aufsperren? Wenn nicht seinen Revolvergürtel lösen, diesen fallen lassen, um sich die Hosen herunterzuziehen?
Spaßig war es. Nur, Marga, die Barfrau, und der eine Willy, die redeten nur, sonst unternahmen beide nichts.. Beide verharrten in den Ledersätteln am Rücken ihrer Reittiere. Mitnichten wurde abgestiegen.
Dabei war das doch ein überlegenswertes Angebot, hatte Jo, der Revolvermann, es recht begriffen, daß er, hätte er dazu Lust, sich jeder Liebesszene zwischen Marga, der Barfrau, und dem einen Willy dazubegeben könnte.
Auf einmal war es enttäuschend, daß sich dahingehend nichts tat.
Der Willy der Willys bezeigte mit dem Finger, daß weitergeritten werden sollte. Geradeaus voran, wo Jo, der Revolvermann, nicht den kleinsten Pfad zwischen den dichtstehenden Bäumen entdecken konnte.
Wenn der eine Willy allerdings dort hinwollte, mußte dort irgendwas sein, daß vorangeritten werden konnte, was so momentan nicht mit bloßem Auge zu erkennen war.
Es war ohnehin egal, denn Marga, die Barfrau, zog an den Zügeln, daß ihr Vollblutschimmel sich tänzelnd nach Jo, dem Revolvermann, hin ausrichtete. Derweil der eine Willy das bemerkte, an seinen Lederriemen zog, seinen Schimmel augenblicklich wieder zum Stehen brachte und ihn ebenfalls zu Jo, dem Revolvermann, hin umwenden ließ.
Schon die Frage, ob Marga oder der eine Willy der Willys jetzt etwas riskieren wollten, so, wie sie mit ernsten Mienen in den Sätteln flözten, Jo, den Revolvermann, wichtig anstarrend. Beide scheinbar unbewaffnet. Obwohl zu vermuten war, daß da durchaus Bewaffnung von irgendwoher hervorgezogen werden konnte.
In die Richtung Jo's, des Revolvermannes, daß der eine Willy abwinkte; Marga, die Barfrau, die die Geste ihres Willys nachahmte.
Jo, der Revolvermann, zuckte die Schulter, zeigte mit dem Finger auf Marga, der Barfrau, die so nahezu halbnackt gänzlich ungefährlich ausschaute. Über seinen Zeigefinger wischte Jo, der Revolvermann, mit der Linken, schüttelte die Hand, als wolle er was von den Fingern herunterschütteln, das dort kleben geblieben war.
Das Antlitz des einen Willys war eine starre Maske.
Jo, der Revolvermann, er wartete. Jo, der Revolvermann, er konnte warten. Die ihm gegenüber, die hatten Wünsche, wollten ihm irgendwas zeigen, präsentieren.
Wenn dem so war, würden sie sicherlich nicht allzu lange abwarten lassen. Das eine war gewiß.
Dicke Regentropfen begannen auf Jo, den Revolvermann, herabzuprasseln.
Einen Blitz bemerkte Jo, der Revolvermann, aus den Augenwinkeln.
Das Unwetterband war geschwind herangekommen. War am Loslegen, obwohl es noch ein paar Momente dafür brauchen hätte dürfen.
Ein Zackenblitz schlug linker Hand von Jo, dem Revolvermann, zwischen den Bäumen am Rand der Lichtung ein, Bäume stürzten krachend um.
Auf die Hinterläufe stieg Susan, der Wallach, wiehernd hoch.
Alle Händevoll hatte Jo, der Revolvermann, damit zu tun, am Rücken Susans, des Wallachs, im Sattel oben zu bleiben.
Fast hatte Jo, der Revolvermann, keine Erklärung dafür wie er es schaffte, weiterhin im Ledersattel am Rücken Susans, des Wallachs, zu sitzen. Wie ein Gaul beim Rodeo, daß Susan, der Wallach, hüpfte, bockte.
Dann konnte Jo, der Revolvermann, Susan, seinen Wallach, irgendwie doch wieder zum Stillstehen veranlassen, währenddessen er den einen Willy der Willys im dichten Regen auf sich zureiten sah.
Irgendwas hatte der Willy in den Fingern, hielt es auf Jo, den Revolvermann, gerichtet.
Worte kreischte der eine Willy, als er unmittelbar an Jo, den Revolvermann, herangekommen war. Keine einzige Silbe war für Jo, den Revolvermann, verständlich..
Plötzlich erkannte Jo, der Revolvermann, was der eine Willy der Willys umklammert hielt: einen kleinen Revolver.
Auf Jo, den Revolvermann zielte der Willy der Willys. Jo, der Revolvermann, dem Susan, der Wallach, herumzutänzeln anfing. Mit Susan, dem Wallach, hatte Jo, der Revolvermann, aufs neue sich abzumühen, herumzukämpfen.
Nur noch das Loch des kurzen Revolverlaufs hatte Jo, der Revolvermann, im Blick. Jedes Momentchen mußte es aus dem Lauf Feuer spucken.
Und es geschah wirklich. Grellstes Mündungsfeuer gewahrte Jo, der Revolvermann.
An der linken Schulterpartie traf Jo, den Revolvermann, ein harter Schlag.
Bereits der erste Schuß des einen Willys war ein Treffer.
Ein weiter Hieb erwischte Jo, den Revolvermann, Höhe des Herzens. Viel besser hätte Jo, der Revolvermann, nicht getroffen werden können.
Daß ihn die Kugel tödlich erwischte, so fühlte es sich Jo, der Revolvermann, an. Und Jo, der Revolverman, er hatte seine Linke nicht mal in der Nähe des Griffs seines Revolvers im linken Lederholster..