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Blog von TeddeMehr

1. Teil: 13.7

21. Oktober 2020 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #dreimal erwachen

Joachim sah sich Papiertrockentücher von der Rolle herunterreißen.

Einzelne papierne Tücher, die er mit Wasser tränkte, das den ein klein wenig aufgedrehten Wasserhahn schmal herunterlief.

Die Körpermitte, die Joachim erst angefeuchtet hatte, nun vorsichtig bei sich hertupfte. Die Vorhaut, daß er zurückzog.

Dort war ein neuralgischer Punkt, schien ihm eine Reinigung dringend erforderlich. Und daran konnte er sich plötzlich auch machen, dahingehend was unternehmen. Weil ihm das sein körperliches Befinden erlaubte. Gestern, vorgestern hätte er da alles einfach weiter auf sich beruhen lassen müssen, wäre er dazu nie und nimmer in der Lage gewesen. Die Pein, das Schmerzempfinden, daß über ihn gekommen wäre, wäre ihm rasch zuviel geworden.

Nur, solange da sich dies und das zwar unangenehm anfühlte, aber sich nichts weiter Schlimmeres abspielte, konnte er selber was bei und für sich anstellen.

 

So richtig sauber kriegte Joachim sich allerdings nicht, dafür wäre ein Bad notwenidg gewesen.

Plötzlich fing neuer Blutfluß an. 

In einer Weise, die er sich nicht erklären konnte. Direkt aus den Poren, daß es ihm herausquoll. Einfach so und an sich nichts Neues. Nichtsdestotrotz in dem Moment eine Überraschung.

Der Bluterei, daß er zusehen mußte. Hilflos.

Von selber hörte das Bluten  erst mal nicht auf. Daß Joachim panisch zu werden begann. Trotzdem konnte er nichts machen, mußte es laufenlassen. 

Es blieb die Hoffnung, daß es doch wieder von selbst aufhörte. Bisher hatte es nach einem Weilchen jedesmal wieder von selber aufgehört.

 

Das Digitalradio, das auf der Abstellfläche beim Kühlschrank stand, hatte Joachim ins Auge gefaßt.

Joachim stöhnte laut, verdrehte wegen eines spontan losbrechenden schrillen Schmerzes aus der Penisgegend die Augen. Während Stockie unterhalb von Joachim zweimal bellte. Als wolle das Hundevieh Joachims Gestöhne kommentieren. Als dürfte der Köter das, zu Dingen in der Wohnung oberhalb von ihm einen Kommentar abgeben.

 Das schwor sich Joachim, daß er den Dottlers, sah er sie die nächsten Tage irgendwo im Gebäude, fuhr er mit einem oder beiden Dottlers im Aufzug, denen was verklickern würde.

Stockie, das bellende Hundevieh, das hatte im Haus sein Maul zu halten.

Was Stockie irgendwo auf der Straße anstellte, egal konnte Joachim das sein. Nur, in seiner Wohnung, nur einen Stock höher, ließ das Gekläffe Stockies Joachim nicht kalt.

Die Dauerkläfferei Stockies war Lärmbelästigung. Mit der jeder aus dem Haus zum Hausmeister hingehen konnte, sich zu beschweren.

Auch Joachim konnte das. Und Joachim war entschlossen, der Hausmeistertype dies und das zu sagen.

 

Das konstatierte Joachim, daß er weiterhin auf seinem Beinpaar dastand.

Während der Geschichte an seinem Glied und unmittelbar drum herum, konnte er höchstens mehrere Papiertrockentücher vorhalten. Ansonsten war nichts zu unternehmen.

Mehrere kleine Trippelschritte, Joachim war spontan bei dem Radiogerät, drückte mit dem kleinen Finger seiner Rechten den Ein- und Ausschaltknopf, an dem die Uhrzeitanzeige blinkte.

Nichts war es mit der Uhrzeit.

War auch nicht gerade unerklärlichfür Joachim. Die Blinkerei. Die konnte nur mit den Stromausfällen zu tun haben.

Oder - was wäre es sonst gewesen, daß an dem Radiogerät die digitale Zeiteinstellung verlorenging?

An den und den Ausfall der Elektrizität erinnerte sich Joachim.

 

Kein Ton drang aus dem Radioempfänger. Obwohl es eingeschaltet war.

Es war der Senderplatz von OleEins, des Rock'n'Roll-Senders, auf Oldies spezialisiert.

Frage: Was war mit OleEins los? Hatte man Senderausfall?

Darauf konnte Joachim sich nicht entsinnen, mal die Kraft gehabt zu haben, hochzukommen und sein Digitalradio einzuschalten. Mit seiner Handtelefonie war er zugange. Außer dem mit nichts. Deshalb wußte er auch nicht zu sagen, ob das, was er jetzt mitkriegte, früher schon mal war.

Weil ihm das Ganze so problemlos möglich war, wartete Joachim ein kleines Weilchen, sich mit der Hüfte an die Kante der Stellfläche anlehnend. Dabei war festzuhalten, daß es nicht länger an der Körpermitte bei ihm rausblutete.

Das ging wieder in Ordnung, obwohl er darauf nicht geachtet, aufgepaßt hatte. Nur, es blieb bei der Tatsache, daß OleEins an war und keine Musik aus dem Radiogerät klang. Auch keine Rückkupplung, kein Gerausche, nichts.

Eine Männer-, Frauenstimme mit einer Ansage oder Entschuldigung für die Störung des Sendebetriebs überraschte ebensowenig.

Joachim hätte es auch nicht gestört, hätte man sich seine Entschuldigungsworte gespart hätte, hätten musikalische Klänge ihn überrascht.

 

Hatte ihm einen dreistelligen Betrag von der Karte geholt, das Ding zum Radiohören mit mehreren Arten von vorinstalliertem Rundumraumklang, erinnerte sich Joachim.

Früher mal, vor Urzeiten, hatte es noch andere Empfangsmöglichkeiten gegeben als die digitale. Nur, das Empfangsgerät hatte davon nichts mehr installiert. So daß Joachim überhaupt nicht herumzuschalten brauchte. Wenn das Digitale nicht funktionierte, war das sein Pech.

Das Besondere des Digitalradios war der Raumklang, und daß es nicht leicht kaputtzumachen war. Selbst in Schwimmbad hätte Joachim sein Digitalradio mitnehmen können; das Gehäuse war wasserdicht. Bestens geeignet für das Musikhören in der Küche und der Sauna. Dampf, Wasser, Staub, Dreck - nichts an äußeren Einflüssen, das den Radioempfang beeinträchtigen konnte.

Selbst auf den Boden herunterfallen lassen, hätte Joachim die digitale Gerätschaft mit Zugang ins weltweite Netz gekonnt. Das digitale Radio wäre nahezu unkaputtbar, stand im kleinen Heftchen der Garantiebescheinigung. Fünf Jahre Garantie, die dem Besitzer dieses Geräts für das Radiohören und Abspielen digitaler Medien gewährt wurden.

 

Die programmierten Senderplätze tippte Joachim einzeln durch.

Es blieb bei jedem Sender bei derselben Stille wie bei OleEins. Als könnte von nirgendwo aus einem Studio mehr was gesendet werden. Oder wäre an dem Radio doch irgemdwie was kaputt; vielleicht durch einen Kurzschluß, eine Überspannung

Jedes unvermittelte Wort, auch das verzerrteste, hätte Joachim irgendie glücklich gemacht hätte.

Eine komische Sache fand Joachim das, daß sämtliche Sender tot blieben.

Selbst nach dem dritten vollständigen Suchlauf war weiter nichts Besonderes reinzukriegen. Nichts als gräßliche, unheimliche Stille.

Mußte es generell irgendeine größere Störung geben.

Konnte alles sicherlich auch vorkommen. Aber, daß es ausgerechnet während dem Moment passierte, als Joachim das erstemal bei Bewußtsein den Ein-/Ausschaltknopf am Digitalradio drückte, das hätte nicht notwendigerweise sein müssen. Das Übermittlungsproblem bei den Datenpaketen, man hätte es sich sparen können.

 

Angenervt ließ Joachim das Radio eingeschaltet. 

Irgendwann würde sich jedes Problem beheben, lösen.

Wie das, daß er zwar auf die Anzeige seines Smarties guckte, aber anscheinend keinen Wert darauf legte, die Uhr- und Datumsanzeige zur Kenntnis zu nehmen.

Was jeden vernünftigen Menschen eigentlich als erstes interessieren hätte müssen, von ihm wurde drüber hinweggesehen.. 

 

Stockie, die Tölle, die kläffte unterhalb, aus der Wohnung der Dottlers, das nächstemal drauflos.

Lieber als das Gekläff Stockies zu vernehmen hätte Joachim was ein Musikstück auf der Digitalwelle von OleEins belauscht.

Statt dessen sorgte Stockie mit seinem Gebell und einem nach Verzweiflung sich anhörenden Gewinsle für Klang.

Was hatte das blöde Hundevieh nur? War der Hund der Dottlers krank?

An sich wußte Joachim nur, daß es ihm seit einigen Tagen alles andere als besonders ging. Aus irgendeinem ihm unbekannten Grund. Stockie dagegen, der Kläffer, der war zeitweilig still, ließ nichts von sich vernehmen, als wären Frau-, Herrchen bei ihm in der Wohnung.

 

 

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