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Blog von TeddeMehr

"Briefprotokolle der Detektei" (07.12. - 30.12.), No. 1

28. Mai 2014 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #T-Rixi

Schreiben der Detektei Umschau an Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch, Datum: 07.12.xxxx

 

 

"Sehr geehrter Herr Doktor Weil-Esch,

es ergeben sich in der Sache, die wir für Sie momentan bearbeiten, nicht viele Neuigkeiten. Zumindest nichts, was in längeren Absätzen berichtenswert wäre.

 

Die Anwälte Herrn Hans-Georg Taberts scheinen bei ihren Bemühungen mit der Justiz ziemlich erfolgreich zu sein. Nächstes Jahr könnte Herr Hans-Georg Tabert ein freier Mann sein. Spätestens aber übernächstes Jahr.

Diejenige Person, die für Frau Manuela Dombrowski gehalten wurde, war nicht Frau Dombrowski. Sondern eine siebenundzwanzigjährige Betriebswirtschaftsstudentin, aus Hamburg in die Gegend zugezogen. (Habe ich Ihnen bereits telefonisch mitgeteilt, Herr Doktor Weil-Esch.)

Auch darüber haben wir gesprochen, daß Frau Ramona Gleibt sich am letzten Freitag bei meinem Mitarbeiter Thomas Setzer am Smartphone gemeldet hat. Sie, Frau Gleibt, sei bereit, sich wieder mit uns von der Detektei Umschau zu unterhalten.

 

Noch am selben Freitag um achtzehn Uhr dreißig haben Thomas und Regine sich wie vereinbart bei Frau Ramona Gleibt in der Wohnung eingefunden. Frau Ramona Gleibt spendierte Tee und Napfkuchen, erlaubte Thomas und Regine, den Mitarbeitern der Detektei Umschau, die Diktiergerätaufnahme des Gesprächs. (Das im Laufe des Montags von Frau Regine Datz ins Reine getippt wurde. Nun ist es der wesentliche Teil dieses Briefes von mir an Sie, Herr Doktor Weil-Esch.)

Detektei Umschau: Früher Freitagabend. Uhrzeit: achtzehn Uhr dreiundfünfzig. Wir befinden in der Wohnung von Frau Ramona Gleibt im Wohnzimmer. Nachdem Frau Ramona Gleibt heute vormittag gegen halb Uhr Thomas, Mitarbeiter der Detektei Umschau, auf seinem Smartphone angerufen und mitgeteilt hat, daß sie, Frau Ramona Gleibt, wieder bereit wäre, sich mit Mitarbeitern der Detektei Umschau zu treffen. Frau Gleibt sitzt uns, den Mitarbeitern der Detektei Umschau, auf dem Sofa gegenüber. Frau Ramona Gleibt möchte uns erzählen, wie die Geschichte mit ihrer Schwester Gabi, damals vierzehn Jahre alt, weitergegangen ist.

Frau Ramona Gleibt: Ich hatte das mit den Abdrücken einer Leiter im Blumenbeet entdeckt. Hin und her habe ich überlegt, was ich damit anfangen sollte? Mensch, ich war die ganze Zeit immer noch zornig, weil Gabi mir den Orangensaft über meinen Laptop geschüttet hatte. Gerne hätte ich mich bei Gabi dafür gerächt, weil mir mein Laptop nicht mehr anging. Und Vati nicht bereit war, deswegen etwas für mich zu tun. Weil ich überall den schwarzen Peter hatte, wegen den Geschichten mit Gabi. Die Gabi mir in die Schuhe schob. Wie es aussah, würde ich bis Ende der Sommerferien keinen Laptop haben. Nach dem Abendessen dieses Tages war ich mit Gustl und Toni, der bei Gustl eintraf, Toni, den Gustl für seinen besten Kumpel hielt, hinterm Kuhstall. Meiner Wut auf Gabi habe ich wieder freien Lauf gelassen, auch bei Toni die Orangensaft-Geschichte mit Gabi an den Mann gebracht. Da hat Gustl unvermittelt gemeint, daß er Gabi vor ein paar Minuten zwischen dem Gebüsch verschwinden sehen hätte. Gabi, ihre dicke Sonnenbrille auf und in dem langen Rock, den Gustls Mutti Gabi geschenkt hatte. Diesen Rock trug Gabi jetzt anscheinend ständig. Bei Gabi hätte es ausgesehen, als würde sie jemandem winken. Dann war Gabi aus Gustls Blickfeld verschwunden. Keine Ahnung hatte Gustl, wem Gabi gewunken haben könnte. Gabi hätte einen Freund, den keiner bisher zu Gesicht gekriegt hat, sagte ich zu Gustl, Toni hat breit gegrinst. Ich war so zornig auf Gabi, ich wollte das, daß noch jemand was davon mitkriegte, daß sich wer mit Gabi traf. Am besten auch, mit wem. Bisher war ich ja die einzige, die von den Dingen, die sich bei Gabi abspielten, etwas mehr mitkriegte. Das wollte ich, daß sich das änderte. Habe Gustl und Toni gefragt, ob sie schnell mitkommen wollten, mit mir nachschauen, wo Gabi abgeblieben wäre. Wäre doch auch für sie beide nicht uninteressant, zu sehen, wer das wäre, mit wem Gabi sich träfe. Gustl und Toni hatten da auch nichts dagegen. Beide sind nicht zurückgeblieben, sondern hinter mir hergekommen.

Detektei Umschau: Haben Sie Gabi mit Gustl und Toni zusammen aufgestöbert, Frau Gleibt?

Frau Ramona Gleibt: Nein, haben Gustl, Toni und ich leider nicht. Nirgends haben wir Gabi entdeckt. Aber eine Mädchenunterhose haben Gustl, Toni und ich gefunden, als wir den Geiersdorfer Bach hoch sind. Eine Unterhose in Pink. Pink, Gabis Lieblingsfarbe. Ich sage zu Toni und Gustl, daß das pinke Unterhöschen Gabi gehört. Mit zwei dicken Tropfen Blut auf der Hose. Hat Toni mir gezeigt und gelacht. Gustl hat komisch geglotzt. Toni hat gemeint, hier hätte wohl vor kurzem eine ihre Jungfräulichkeit im Gebüsch verloren. Vielleicht hätten wir die bei ihrem Spaß gestört. Als sie uns kommen hörten, wären sie eilig von hier verschwunden. Das Höschen wäre hier verlorengegangen. Herumgeschlichen sind Toni, Gustl und ich in der Umgebung. Es hätte ja sein können, daß Gabi und derjenige, der bei ihr war, noch irgendwo waren. War aber weit und breit niemand zu finden.

Detektei Umschau: Ein pinkfarbenes Mädchenunterhöschen, das Gabi gehört hat ...?

Frau Ramona Gleibt: Habe mir das pinke Unterhöschen von Toni geben lassen und eingesteckt. Auf den Hof der Strauchingers mitgenommen. In die Waschmaschine habe ich Gabis Unterhose gesteckt. Gabi hat ihre Höschen am nächsten Tag wiedergekriegt, nicht gesagt, es wäre nicht das ihre. Angesehen habe ich das Gabi nicht, daß Gabi es komisch fand, daß sie die Unterhose zurück hatte. Hab ich nichts von mitbekommen. Dabei wußte Gabi todsicher, daß sie ohne heimgekommen war ...

Detektei Umschau: Ja?

Frau Ramona Gleibt: Das war aber schon der Tag drauf. An diesem Abend suchte ich mit Gustl und Toni noch nach Gabi. Bis die Jungs davon genug hatten. Dann mußte ich mir Toni und Gustl vom Hals halten. Vor allem Toni. Das Unterhöschen hatte Toni wieder auf so Einfälle gebracht. Toni hat damit angefangen, bei mir offenherzig daherzureden. Daß er und Gustl auch gerne Flecke machen wollten, aber weiße. Gustl und er hätten zwar keine Kondome. Trotzdem könnte ich ... Wenn ich nur den Mund aufmache. Habe ich klar und deutlich zu Toni gesagt, daß ich nicht in ihn verliebt bin. Auch nicht in Gustl. Und wenn ich nicht verliebt bin, spielt sich nichts ab. Toni redete so was daher, daß es dazu doch keine Liebe bräuchte. Mädchen wollten es doch auch, auch am liebsten jeden Tag. Er, Toni, und Gustl, sein Kumpel, wären im Moment bei mir. Kein Mensch sonst weit und breit in Sicht. Wenn im Moment einer mit meiner Schwester Gabi Liebe mache, da könnte ich doch auch ... Als Toni zu mir nach meinen Brüsten herüberlangte, habe ich Toni feste eine auf die Wange gehauen. Daß es Toni das Gesicht zur Seite wegdrehte. Dann habe ich mich am Absatz umgedreht, bin von Toni und Gustl weggerannt. Nachgelaufen gekommen ist mir heiner, weder Toni noch Gustl. Gehört habe ich hinter mir nur von Toni kurz was, was sich nach Scheiß-Gleibt-Tussi anhörte.

 Detektei Umschau: Ihre Schwester Gabi - wann haben Sie Ihre Schwester Gaby das nächstemal gesehen?

Frau Ramona Gleibt: Gabi war unvermittelt nach einundzwanzig Uhr bei den Strauchingers in der Küche, erinnere ich mich. Wohl, um sich uns für ein paar Momente zu zeigen. Daß sie, Gabi, doch da wäre. Sorgen gemacht wegen Gabi hatte sich da eigentlich noch keiner, ich am allerwenigsten. Aber jetzt wußte jeder, Gabi war im Haus. Mit ein paar Stullen und einer Flasche Mineralwasser ist Gabi aus der Strauchinger-Küche raus, hat zu sich nach oben gemacht, auf ihr Zimmer. Die pinke Mädchenunterhose hätte ich am liebsten aus der Waschmaschine geholt. Gewaschen wurde die erst tags drauf im Laufe des Vormittags irgendwann. Vielleicht, ging mir durch den Kopf, wenn ich das blutfleckige Unterhöschen Gabis vorgezeigt und das ein mit den richtigen Sprechblasen kommentiert hätte, daß doch was ausgiebiger mit Gabi besprochen worden wäre. Und nicht mit mir. Auf der andern Seite, wenn die Sache auf mich zurückgefallen wäre, sich neue Gewitterwolken über mir zusammengebraut hätten ...

Detektei Umschau: Die Stimmung zwischen Ihrer Schwester Gabi und Ihnen war also nur mies zu nennen?

Frau Ramona Gleibt: Die Stimmung zwischen allen am Strauchinger-Hof wurde eigentlich von mal zu mal immer miserabler. Die zwischen Vati und Mutti, die kriegte die folgenden Tage aber richtige Bodenlage ...

Detektei Umschau: Bodenlage - wie das?

Frau Ramona Gleibt: Schuld hatte das Geiersdorfer Mittsommerfest. Was auf dem Geiersdorfer Mittsommerfest passiert ist, hat dazu geführt, daß Mutti bei Vati im Erdgeschoß bei den Strauchingers aus- und zu uns im Obergeschoß hoch in das nächste freie Gangzimmer neben Gabi eingezogen ist.

Detektei Umschau: Das Geiersdorfer Mittsommerfest?

Frau Ramona Gleibt: Ja, das Geiersdorfer Mittsommerfest. Findet jedes Jahr in Geiersdorf statt.

Detektei Umschau: Erzählen Sie, Frau Gleibt, was war auf dem Geiersdorfer Mittsommerfest?

Frau Ramona Gleibt: Nicht nur das mit Mutti und Vati war ... Auch mit Gabi war was los, etwas, was ihr während dem Geiersdorfer Mittsommerfest passiert ist.

Detektei Umschau: Was denn?

Frau Ramona Gleibt: Erst mal vergingen noch ein paar Tage, bis zum Geiersdorfer Mittsommerfest. Über eine Woche später haben wir jetzt.

Detektei Umschau: Schön.

Frau Ramona Gleibt: Der Tag des Geiersdorfer Mittsommerfestes war gekommen. Zwischen achtzehn und neunzehn Uhr waren ich, Sonja, Mutti Soni und Vati Didi mit den Strauchingers im Stall. Die Kühe sollten noch mal gemolken werden. Diesesmal, weil alles schnell gehen sollte, wurden die Kühe an die Melkmaschine angeschlossen. Herumrepariert hat Vati an der Maschine auch. War Vati Didi gut drin, das zu machen. Sonja, ich und Mutti Soni haben den Stall ausgemistet. Den Schweinen im andern Stall Futter in die Tröge gegeben. Nach den Hühnern und frisch gelegten Eiern haben Sonja und ich geschaut. Gustl hat den Rasen gemäht, dann mit dem Rechen Reihen gemacht. Schließlich sind wir alle ins Haus, kurz unter die Dusche. Wir Mädchen haben uns geschminkt und schön angezogen. Dirndl, das. Mit den Strauchingers zusammen sind wir gegen zwanzig Uhr fünfzehn auf das Geiersdorfer Mittsommerfest gegangen. Auch Gabi war bei uns dabei, Gabi, die Mutti Soni aus ihrem Zimmer geholt hatte. Mit verschlossener Miene, daß Gabi hinter Sonja und mir hergelatscht. Gaby, weiß ich noch, bockig in einem knielangen Jeansrock. Das Geiersdorfer Sommerfest, das wurde auch mit jedem Jahr größer, fanden die Strauchingers, bei denen ich herumstand. Auf dem Sommerfest gab es für die Kinder zwei kleinere Karussells. Dann ein Fahrgeschäft mit Fliegern. Sonja ist mit mir sofort zu den Pferden gelaufen, auf denen man im Kreis reiten konnte. Dann war da eine Schiffsschaukel, um der vor allem die älteren Teenager haufenweise herumstanden. Toni war auf der Schaukel echt gut. Mehrere Stände waren noch aufgebaut, an denen die verschiedensten Waren verkauft wurden. Allerlei Trödel. Handgefertigte, selbstgebrannte Töpfe. Geiersdorfer Landfrauen haben ihre selbstgemachten Süßigkeiten in Tüten zum Verkauf angeboten. Für die erwachsenen Leute war ein großes, nach einer Seite offenes Bierzelt mit Küche, Grill errichtet worden. Dazu gab es einen Tanzboden mit erhöhter Bühne für eine Blaskapelle. Es war was los in Geiersdorf. Das Zelt war rammelvoll.

Detektei Umschau: Was war denn los mit Gabi, daß Gabi so schlecht gelaunt auf das Geiersdorfer Mittsommerfest mitgekommen ist?

Frau Ramona Gleibt: Ach, Gabi? Die war deswegen so schlecht gelaunt, weil sie mal was zur falschen Zeit machte. Nach dem Mittagessen war Gabi mit Händen und Füßen auf mich losgegangen. Hinterm Strauchinger Hof. Nach mir hat Gabi geschlagen, zugetreten. Leider, Pech für Gabi, daß sie das tun hatte müssen. Vati Didi und Mutti Soni waren nämlich zufällig in der Nähe. Hatten mitgehört, wie Gabi mich eine hinterhältige Schwesternfotze nannte. Eine Hinterhergängerin. Unvermittelt hat Gabi mich angegriffen, patschte erst auf mich ein, um immer toller zu werden. Als Vati Didi und Mutti Soni ums Hauseck schaute, hat Gabi versucht, mich in den Bauch zu treten. Vati Didi fragte Gabi, was Gabi denn da treiben würde. Zur Salzsäule, daß Gabi vor Schreck erstarrte. Diesmal kriegte Gabi es. Hatte sich ihren Hausarrest verdient. Den ganzen Nachmittag lang.

Detektei Umschau: Ach so, Frau Gleibt!

Frau Ramona Gleibt: Eigentlich durfte Gabi froh sein, überhaupt auf das Geiersdorfer Mittsommerfest mitkommen zu dürfen. Alle von den Strauchinger-Leuten, den Gleibts waren auf dem Mittsommerfest. Und fast ganz Geiersdorf. Vati Didi, Vati Didi hat ein-, zweimal mit Mutti getanzt. Dann weiß ich, daß Vati Didi Mutti ewig alleine bei den Strauchingers am langen Tisch sitzen hat lassen.

Detektei Umschau: Ach ja? Warum denn? Wenn Vati nicht mit Mutti tanzt, hätte Mutti doch mit anderen Männern tanzen können. Oder? Muß sie doch nicht langweilig herumsitzen.

Frau Ramona Gleibt: Hat Mutti doch gemacht! Ich meine: Mutti ist bei den Strauchinger-Leuten sitzengeblieben. Nicht irgendwohin verschwunden. Das war eigentlich am nächsten Tag das Problem zwischen meinem Vati und meiner Mutti. Da drum ist es tags drauf zwischen meiner Mutti und Vati gegangen, daß Mutti Vati gegen zweiundzwanzig Uhr dreißig gesucht hat. Weil Mutti mitten bei der Verwandtschaft der Bauersleute Strauchinger herumhockte, und Vati Didi schon ewig nicht mehr in ihrer Nähe gesehen hatte. Alleine hatte Vati Mutti einfach gelassen. Mutti Soni tanzte mit dem Vater Gustls, Herrn Strauchinger, unserem Hauswirt. Öfter sogar. Auch mit Opi Strauchinger hat Mutti getanzt. Opi Strauchinger hockte sich dann neben Mutti hin, tätschelte an Mutti herum, als dürfte er das, weil Muttis Ehemann nirgends war. Irgendwann reichte es Mutti dort. Statt sich gegenüber den Strauchingers lange künstlich über Opi Strauchingers besitzergreifendes Petting aufzuregen, sprach Mutti von ihrem Mann Didi. Daß der ihr anscheinend Verschütt gegangen war. Die Suche nach Vati Didi war ein triftiger Grund, daß Mutti mal alleine vom Tisch mit den Strauchingers fortkonnte. Mutti Soni begab sich auf die Suche nach Vati Didi.

Detektei Umschau: Und wo war Ihr Vati Didi, Frau Gleibt ...?

Frau Ramona Gleibt: Mutti Soni konnte es am Vormittag drauf, als Sonja und ich ihr bei ihr auf dem Zimmer nebenan von dem Gabis saßen, immer noch nicht fassen. Vati Didi kam Mutti, die die minutenlange Suche nach Vati leid war, bei Muttis Rückkehr zum Bierzelt, geradewegs aus dem Dunklen vor die Füße gelaufen. Zusammen mit Grete, die zu den Verwandten der Strauchingers gehörte. Eine Tante. Vati hatte Grete, die in einem Nachbarort von Geiersdorf wohnte, den Arm über die Schulter gelegt. Aber nicht nur das, die Hand hatte Vati bei Grete auf einer Brust. Und gleichzeitig nestelte Vati Didi vorne bei sich rum, als wäre das für ihn ein Problem, die Knöpfe am Hosenstall seiner Lederhose zuzukriegen. Stroh hatte Vati Didi im Haar, Grete hatte Stroh im Haar. Vati Didi und Grete machten auf Mutti einen ziemlich gebrauchten Eindruck. Wie ein Mann und eine Frau nach dem Sex ...

Detektei Umschau: Wirklich, Ihr Vati Didi hatte sich etwas mit dieser Grete gegönnt?

Frau Ramona Gleibt: Für Mutti war die Sachlage unmißverständlich. Hier hatte Mutti einen Beweis. Daß das stimmte, was Mutti bis dahin nur ahnte. Das, daß Vati Didi was mit anderen Frauen hatte. Daß Vati, wenn er sich mal für zwei, drei Stunden von der Familie davonmachte, bei einer war. Viel zuviel war dieser Grete und Vati davon anzumerken. Da mußte Mutti Vati Didi nicht erst lange mit der, dieser Grete, in Flagranti erwischen. Abgewandt hat Mutti sich von Vati Didi und Grete. Nach Hause nach dem Hof der Strauchinger-Leute ist Mutti Soni gelaufen.

Detektei Umschau: War da nicht das Haus abgesperrt, wenn alle die Familie Strauchinger vollzählig auf dem Mittsommerfest in Geiersdorf war? 

Frau Ramona Gleibt: Mutti wußte, wo die Strauchingers den Ersatzhausschlüssel fürs Haus hatten. Wie Sonja, Gaby und ich das wußten. Die Familie Gleibt war schließlich die vergangenen Jahre oft genug in den Sommerferien bei den Strauchingers am Bauernhof. Zweimal sogar im Winter. Über Sylvester. Wir und die Strauchingers, wir waren fast schon so was wie eine Großfamilie.

Detektei Umschau: Was hat Ihr Vati nun gemacht, Frau Gleibt? Ist Ihr Vati seiner Ehefrau hinterherlaufen? Er mußte doch wissen, daß was los ist, wenn er seine Frau Soni davonrennen sieht ...

Frau Ramona Gleibt: Nein, Vati hat wegen Mutti nichts gemacht. Kühl gegenüber allem, was an Gerede aufkommen könnte, sind Vati und Grete hinein ins Bierzelt gegangen. Nur händchengehalten, das haben Vati und Grete nicht. Sonja hatte mir das damals wenigstens tags drauf erzählt. Sonja, die Vati an seinen Platz zurückkommen gesehen hat, und Grete hockte sich an Vatis Seite. Weder ich noch Sonja haben damals viel gewußt, Gabi wahrscheinlich auch nicht, daß es zwischen Vati und Mutti dauernd Streit gab. Wegen Vatis Frauengeschichten. Vollends, daß da was an uns vorbei gegangen ist. Für uns waren Vati Didi und Mutti Soni wie immer. Als wäre gar nichts. Bis zu dem Geiersdorfer Mittsommerfest. Erst nach dem Mittsommerfest kriegten auch wir Schwestern was mit. Die Stimmung zwischen meiner Mutti und Vati wurde dermaßen schlecht, daß Sonja mich fragte, was wir drei, sie, Sonja, Gabi und ich, Mona, machen sollten, wenn Vati Didi und Mutti Soni sich scheiden ließen. Ließen Vati Didi und Mutti Soni sich scheiden, waren wir drei Geschwister schließlich plötzlich Scheidungskinder. Sonja hatte ein paar Scheidungskinder in ihrer Klasse. Und es machte Sonja keinen Spaß, denen zuzuhören, was die erzählten. Daß so was auch bei uns, den Gleibts, passieren könnte, darauf wäre Sonja nicht gekommen. Die Dinge, die Sonja von denen aus ihrer Klasse hörte, waren: Streit ums Sorgerecht für die Kinder, die Besuchszeiten. Wer weiter in der Wohnung wohnen bleiben dürfte, wer derjenige war, der ausziehen sollte. Wem die Katze gehörte, der Hund, der Wellensittich. Quasi um jedes Fetzelchen wurde böse gestritten. Fast Mord und Totschlag. Und jetzt sollte das bei den Gleibts bald auch so passieren ...

Detektei Umschau: Aber - Sie und Ihre ganze Familie, alle blieben weiter bei den Strauchingers am Hof? Obwohl Ihr Vati Didi mit Grete, einer Strauchinger-Verwandten, herumgemacht hatte. Weder Ihr Vati noch diese Grete, keiner, der sich was drum scherte, daß es jetzt bekannt wurde ...

Frau Ramona Gleibt: Vielleicht wäre uns das auch passiert, daß Mutti, wäre das mit Gabi nicht passiert, davongefahren wäre. Sicher wäre Mutti vom Strauchinger-Hof weggefahren. Ein paar Tage, daß Mutti Soni bei den Strauchingers am Hof praktisch auf gepackten Koffern hockte. Jederzeit hätte Mutti das Taxi rufen können. Das, was mit Gabi war, brachte Mutti Soni und Vati Didi dann sogar wieder zusammen. Bis zum nächsten Streß.

Detektei Umschau: Mit Ihrer Schwester Gaby ist auf dem Geiersdorfer Sommerfest etwas passiert, Frau Gleibt?

Frau Ramona Gleibt: Heute mag ich nicht mehr ... Bitte, machen wir hier Schluß. Mir reicht das heute. Gehen Sie bitte. Morgen rufe ich Sie vielleicht an, ja ...?

Detektei Umschau: Gut, Frau Gleibt. Wir gehen dann.

Frau Ramona Gleibt: Würde sehr darum bitten. Muß jetzt wirklich darüber nachdenken, ob ich Ihnen weiter was von uns erzählen möchte ...

 

Fortsetzung des Gesprächs von Frau Ramona Gleibt mit Mitarbeitern der Detektei Umschau (Herr Thomas Setzer und Frau Regine Datz; die Diktiergerätaufzeichnung ins Reine getippt hat Frau Regine Datz):

Detektei Umschau: Heute ist der 08.12., die genaue Uhrzeit: 19:07 Uhr. Wieder in der Wohnung von Frau Ramona Gleibt. Sie, Frau Gleibt, haben heute vormittag bei Thomas auf dem Smartphone angerufen, daß wir heute abend wieder bei Ihnen vorbeikommen dürften, jetzt sind wir hier. Weiter wollen Sie uns Geschichten erzählen, sich mit uns, den Detektiven, unterhalten. Das stimmt, Frau Gleibt?

Frau Ramona Gleibt: Ja. Wäre ich nicht wieder solo ... Vielleicht, wenn die Dinge bei mir gerade anders wären. Aber, wenn er spinnt, mein Liebling, dann spinnt er. Und zwar komplett. Da finde ich es doch besser, nicht alleine daheim zu sein. 

Detektei Umschau: Schön, wir sind hier, Frau Gleibt. Sie haben also Zeugen ... Gestern, Frau Gleibt, haben uns zuletzt erzählt, daß Ihre Mutti Soni nach so Beobachtungen auf dem Geiersdorfer Mittsommerfest auf dem Bauernhof der Strauchingers in Geiersdorf eigentlich auf gepackten Koffern saß. Ihre Mutti wäre gerne vom Strauchinger-Hof abgereist. Hat es aber nicht getan, weil etwas mit Ihrer vierzehnjährigen Schwester Gabi dazwischenkam. Sie haben erwähnt, es wäre geschehen, was mit Ihrer Schwester Gabi zu tun hat ...

Frau Ramona Gleibt: Ja. Meiner Schwester Gabi war etwas Unschönes zugestoßen.

Detektei Umschau: Etwas Unschönes ist Ihrer Schwester Gabi zugestoßen, Frau Gleibt?

Frau Ramona Gleibt: Warten Sie bitte! Erst mal will ich weiter ausholen. Wir, die gesamte Familie Gleibt, wir waren also auf dem Geiersdorfer Mittsommerfest. Mutti Soni, mein Vati Didi, meine elfjährige Schwester Sonja, ich. Auch Gabi hat mitkommen dürfen, obwohl sie den ganzen Nachmittag im Wohnhaus der Familie Strauchinger Hausarrest hatte. Soweit ich einen Überblick darüber hatte, war Gabi auch den ganzen Nachmittag über im Strauchinger-Haus. Selber schuld, Gabi. Hätte Gabi mich, Ihre ältere Schwester Mona, mich nicht hinterm Haus lautstark beschimpft und wäre dann mit Händen und Füßen auf mich losgegangen ... Trotzdem, Gabi war mit uns allen auf das Mittsommerfest mitgekommen. Nur: Von Gabi hat dann den ganzen Abend über keiner mehr viel gesehen. Ich, Mona, nicht. Sonja nicht. Auch Mutti Soni, kann ich mich erinnern, hat mich gefragt, wo denn Gabi wäre. Das konnte ich Mutti nun leider nicht beantworten. Sonja wurde zwei-, dreimal von Mutti ausgeschickt, nach Gabi zu suchen. Als Sonja zurückkam, war Gabi nie bei Sonja dabei. Dann stand Mutti Soni vom Bierzelttisch der Strauchinger-Familie auf, um Opa Strauchinger zu entkommen, der sie dauernd herpatschte. Nach Vati Didi suchte Mutti, fand Vati Didi auch ...

Detektei Umschau: Wo war Gabi nun, Frau Gleibt?

Frau Ramona Gleibt: Wirklich, mir Gedanken zu machen, was mit Gabi sein könnte, das war für mich das Allerletzte. Ich war Gaby echt voll beleidigt. Einmal, weil Gaby dafür gesorgt hat, daß mein Laptop den Geist aufgegeben hatte. Dann hatte Gabi mich zur Mittagszeit des Tages angegriffen, als wolle sie mir ein paar Zähne ausschlagen. Zum Glück waren Vati und Mutti dazugekommen. Wie eine Furie war Gabi auf mich los. Worüber ich vorm Mittsommerfest in Geiersdorf eigentlich nachdachte, war nicht Gabi, meine herzallerliebste Schwester. Sondern darüber habe ich nachgedacht, wer auf dem Geiersdorfer Mittsommerfest eigentlich mein Favorit werden könnte. Sogar an Gustl und Toni habe ich gedacht. An die beiden. Toni, Gustl, denen wollte ich eine Chance geben, wenn sie mir nicht zu blöde daherkamen. Schließlich war ich ein Stadtmädchen. Als Mädchen aus der Stadt hatte ich mir Kondome besorgt, als ich mit Vati Didi mal vormittags nicht in Geiersdorf war. Mein erstes Mal wäre es nicht gewesen. Mutti war auf dem Mittsommerfest in Geiersdorf fortgegangen, Vati Didi zu suchen. Bin ich auch schnell aufgestanden, ehe Opa Strauchinger zu mir heranrutschte. Wollte mich mal nach den Leuten umsehen. Viel getanzt hatte ich eigentlich noch nicht. Obwohl es mir nicht verboten gewesen wäre. Gustl hat sich nicht weiter für mich interessiert, obwohl ich Gustl zwei-, dreimal länger angesehen hab. Bier hat Gustl lieber gesoffen. Und als ich Toni bei der Schiffsschaukel gesehen hab, hat Toni mich nur flüchtig gegrüßt. Fand es nicht nötig, mir zu bedeuten, zu ihm und seinen Freunden dazuzukommen. Habe die Schulter gezuckt. Fand das gut, das mit Toni und Gustl. Am Nachmittag am Bächlein haben Toni und Gustl noch so getan, als hätten sie mich dringend nötig. Ich habe Toni und Gustl nur nicht davon reden wollen, daß ich mich nicht auch in einen von ihnen beiden verlieben könnte. Auch in einen von ihnen. Entweder in Gustl. Oder Toni. Sogar in sie beide. Nur wollte ich das nicht so haben, wie Toni und Gustl das Thema dauernd bei mir anbrachten. Sie wissen, der Ton, der macht die Musik ... Gut, Gustl und Toni ließen mich links liegen. Beide meinten gerade nicht, ich hätte doch auch Brüste. Habe ich mich mit meiner Schwester Sonja, die zu mir dazugekommen war, zu Hinni, Anna, Babsi und Reginald dazugestellt. Mit denen war ich auch ganz gut bekannt. Getanzt habe ich dann nur noch mit Hinni. Irgendwie nur noch Hinni, Hinni, Hinni. Hinni hat mit vollem Namen Hinrich Welz geheißen. Hinrich Welz war damals achtzehn, im zweiten Lehrjahr Lehrling in der Solaranlagenfirma G.-T.-Sunbeam in Geiersdorf.

Detektei Umschau: G.-T.-Sunbeam? Dieses G.-T.-Sunbeam?

Frau Ramona Gleibt: Hatte damals erst ein paar Monate in Geiersdorf eröffnet. Hinni hat gesagt, Dagmar Genz, seine Meisterin, Mitbesitzerin von G.-T.-Sunbeam, die hätte Beine. Beine hätte die. Aber ich hätte auch Beine ... Beine ...

Detektei Umschau: Hahaha!

Frau Ramona Gleibt: Dagmar Genz hatte Hinni eingestellt, obwohl Hinni das Gymnasium abgebrochen hatte. Gern arbeitete Hinni für G.-T.-Sunbeam.

Detektei Umschau: Was bedeuten denn die Buchstaben G und T von  G.-T.-Sunbeam, Frau Gleibt?

Frau Raumona Gleibt: Das G steht für Genz, Dagmar Genz. Das T für Tabert. Tabert, hat Hinni mir erzählt, war der, der Dagmar Genz, seiner Meisterin, Geld vorgestreckt hatte. Tabert war der Geldgeber. Eigentlich besaß Tabert G.-T.-Sunbeam zu sechzig Prozent. 

Detektei Umschau: Interessant, was Hinni alles gewußt hat. Hatte aber seine Lauscher offen ... Bei G.-T.-Sunbeam sind wir schon am Ladengeschäft vorbeigegangen. Wir haben auch schon rote Fahrzeuge mit gelbem G.-T.-Sunbeam-Aufdruck fahren gesehen. Aber, daß das T von G.-T.-Sunbeam Tabert bedeutet, das ist uns neu. Haben Sie zufällig von Hinni auch mitgekriegt, welcher Tabert gemeint ist, Frau Gleibt? Gab und gibt schließlich mehrere von denen ...

Frau Ramona Gleibt: Der Teilhaber von Dagmar Genz, hat Hinni gesagt, wäre der eine Tabert. Der Tabert, von dem alle immer sagten, daß er der größte Verbrecher wäre. Dagmar Genz wäre das aber egal. Nicht die einzige in Geiersdorf. Dagmar Genz kannte Hans-Georg Tabert schon seit der ersten Klasse Grundschule. Und Dagmar Genz und Hans-Georg Tabert waren mal zusammen. Ein Paar. Als Hans-Georg Tabert und Dagmar Genz noch Teenager waren. Das alles hat Hinni von seiner Chefin gewußt.

Detektei Umschau: Da hat einer ja richtig aufgepaßt, was um ihn her los ist, Frau Gleibt.

Frau Ramona Gleibt: Geredet haben Hinni und ich eigentlich nur darüber, weil Hinni das witzig fand, daß Hans-Georg Tabert kein Solar auf dem Dach seines Bauernhofes oben hatte. Nicht ein einziges Modul. Dabei gehörte Tabert G.-T.-Sunbeam zum größten Teil.

Detektei Umschau: Das war damals, Frau Gleibt. In der Gegenwart hat sich das ganz schön geändert. Alle Dächer der Gebäude von Hans-Geog Taberts Bauerhofgelände sind mit Solaranlagen voll. Sogar einen eigenen Solarpark hat Hans-Georg Tabert auf den Wiesengrundstücken, die nebenbei zu seinem Bauerhof ihm gehören.

Frau Ramona Gleibt: Schön für den. Macht er sich seinen Strom heute selber. Speist wahrscheinlich auch ein. Zurück zu den Geschehnissen von damals. Auf dem Geiersdorfer Mittsommerfest, habe ich nur mit Hinni getanzt. Getanzt und getanzt. Ganz heiß war mir bei Hinni. Und noch heißer wurde mir bei Hinni, als Hinni mich gegen zwei Uhr in der Nacht, als die Tanz-Band anfing, die Instrumente auszustöpseln, gefragt hat, ob wir beide nicht woanders hingehen könnten ...

Detektei Umschau: Das hat Hinni dann gemeint, Frau Gleibt?

Frau Ramona Gleibt: Genau! Das war das, was Hinni gemeint hat. Da, am Tanzboden oben, konnte man nicht unbedingt so, wie man eigentlich gerne wollte. Weil, die ganzen alten Herrschaften, jede Menge Verwandte, alles, was Rang und Namen hatte, schaute einem zu. Und wenn kurz mal einer nicht, konnte man sich sicher sein, daß er später schnell von anderen über Ereignisse unterrichtet wurde. Wenn Hinni und ich, wir uns oben so richtig geküßt hätten. Mensch, Mensch. War ohnehin schon bei ein paar der Mädels angekommen, daß Hinni nur noch mit mir tanzte. He, Hinni und die Mona von den Gleibt's, den Sommergästen bei den Strauchingers am Hof ... Ganz schön eng, Hinni und die ...

Detektei Umschau: Ein neues Geiersdorfer Traumpaar, sie und Hinni ...

Frau Ramona Gleibt: Wußte, was kommen sollte, nachdem Hinni und ich vom Tanzboden runter sind. Mir war ganz heiß, weil ich das wußte. Alles war klar, was kommen würde. Weggegangen sind Hinni und ich aus dem Bierzelt. Kurz hab ich Vati noch sitzen gesehen, Vati bei den Strauchingers, Vati, Strauchinger-Weiber links und rechts neben sich. Nur Mutti nicht. Die eine von denen war Grete. Aber auch die andere hatte dieses Aussehen. Wie Grete. Hat mich aber in dem Moment nicht das geringste bekümmert, daß ich Vati nur mit diesen Strauchinger-Weibern gesehen hab. Bin an Hinnis Seite raus aus dem Zelt. Mit Hinni in die Finsternis. Unter der alten Eiche haben Hinni und ich uns lange geküßt. War ein Kuß. Ein Kuß ... Mich würde er auch heiraten wollen, hat Hinni mir ins Ohr geflüstert; mich könnte er sich auch als seine Frau vorstellen. Puh! Ich hatte eine Hitze in mir, da wollte ich Hinni mal alles glauben und nicht daran denken, daß ich vielleicht erst nächstes Jahr wieder nach Geiersdorf kommen würde. Da konnte Hinni längst verheiratet sein, mit einer anderen. Wenn die nächsten Sommerferien anfingen, war ich achtzehn. War ich achtzehn, hieß das, ich müßte nicht mit meinen Eltern ... Ich könnte auch alleine wo hinfahren. Wenn ich dazu Geld hatte. Mal woandershin in die Ferien fahren, als mit meinen Eltern und Schwestern Gabi und Sonja nur immer nach Geiersdorf zum Arbeiten auf den Bauernhof der Strauchingers ...

Detektei Umschau: Daran haben Sie also gedacht, Frau Gleibt, obwohl Hinni neben Ihnen ...?

Frau Ramona Gleibt: Nein, nein. Was ich damit sagen will: Hinni und ich, das war die Hitze des Augenblicks. Obwohl ... Heute ist das alles eigentlich total egal. Was zwischen Hinni und mir dann war, war schließlich - nichts. Nichts. Überhaupt nichts. Schuld hatte, daß Hinni und ich den Geiersdorfer Bach hinunterspazierten. Hinni und ich, wir waren ... Haben unterwegs Knutscher gehört, Geflüster, Stöhnen, Geräusch, das ... Daß Hinni und ich das nicht konnten, uns dort an den einen oder andern Platz da hinzubegeben. Weitergegangen sind Hinni und ich, nachdem wir uns das nächstemal geküßt haben. Ich stellte mir das so schön vor, daß Hinni und ich das alles selber im nächsten Augenblick miteinander anstellen würden, was andere zusammen machten. Kaum noch erwarten konnte ich das, Hinni ganz eng an mir zu spüren. Hinni hat mit leiser Stimme zu mir gemeint, daß der Bach im April ganz schön reißend gewesen wäre. Den großen Labrador der Gebhardts hätte es erwischt. Angst hätte man gehabt, daß die Brücke, die über den Bach drüberführte, von der Kraft des reißenden Wassers weggerissen werden könnte. Konnte ich mir in dem Moment, mit Hinni am plätschernden Bächlein längs spazierend, nicht si recht vorstellen. Über den Rücken hat Hinni mir gestrichen, ich hatte Schauder.

Detektei Umschau: Ein romantischer Sommernachtstraum.

Frau Ramona Gleibt: Nein. Ein Alptraum. Ein paar Augenblicke sind noch vergangen, dann war Schluß. Leider.

Detektei Umschau: Warum denn?

Frau Ramona Gleibt: Wegen Gabi. Gabi hatte was dagegen. Gabi ist Hinni und mir dazwischengekommen. Gabi hat mir das Schöne mit Hinni zusammen kaputtgemacht, im wahrsten Sinne des Wortes.

Detektei Umschau: Wie denn?

Frau Ramona Gleibt: Voraus hörten Hinni und ich bereits laute Stimmen. Und Gelächster. Böse, das Lachen. Da befanden sich welche auf der Brücke über den Geiersdorfer Bach. Über die Hinni und ich drüberspazieren wollten. 'Mensch, die is' so was von Hacke', lauschten Hinni und ich deutlich einen Kerl: 'Hacke. So hacke is' die. Voll dicht, das Weib. Kannst du nicht mehr auf die Beine hochkommen, du, du, du. Killekillekille - hahaha!' Sechs Leute. Eine sechsköpfige Gruppe. Jungs und Mädchen in Hinnis und meinem Alter, die auf der Brücke herumstanden. Ich kannte keinen, keine von denen. So im Straßenlampenlicht links und rechts der Brücke alle ziemlich gut auszumachen. Mitten zwischen denen sah ich jemand am Teerboden der Brücke herumliegen. 'Schaut mal, die Bitch, sie will wieder hoch - hahaha!' dröhnte eine Blonde in einer hellen Hose. Unversehens war mir, als müßte ich diejenige kennen, die da vom Teerboden der Brücke hoch auf die Beine zu kommen versuchte. Zurückstürzte. Hämisch gelacht und applaudiert wurde von den Rumstehenden. Dann wußte ich plötzlich, wer das war: Gabi. Das war meine Schwester Gabi.

Detektei Umschau: Ihre Schwester Gabi?

Frau Ramona Gleibt: Verdammt, ja! Wie hätte es anders sein können? Gabi war das. Zu meiner Schwester Gabi bin ich hingelaufen. 'He, die stinkende Bitch hat 'ne Freundin', hörte ich. 'Gabi! Gabi!' hab ich Gabi angeredet: 'Was ist mit dir, Gabi?' 'Leck mich, Mona', kam es von Gabi, kaum daß ich vor Gabi in die Hocke gegangen bin: 'Leck mich, Mona. Leck mich. Leckt mich. Leckt mich ihr alle. Wartet nur: Jeden Moment kann ER zurckkommen. Dann kommt ER über euch. Über euch alle. Euch allen besorgt ER es. Fertig wird ER euch machen, euch alle.' Gelächter im Umkreis. 'Was ist mit dir, Gabi?' wollte ich Gabi wissen. 'Besoffen ist sie, siehst du das? meinte einer zu mir herunter: 'Sieht doch jeder, daß sie besoffen ist. So besoffen, daß sie nicht mehr aufrecht stehen kann. Wie es aussieht, wirst du nach Hause tragen müssen ...' 'Hau ab, du - oder ich beiß dich!' fuhr Gabi mich an, schnappte nach mir, daß ich vor Gabi zurückzuckte. 'Ich bins, Mona, deine Schwester, ich will dir helfen ...', versuchte ich, vernünftig mit Gabi zu reden. 'Fick dich, Mona, fick dich', mußte ich mir von Gaby anhören. Hoch rappelte sich Gabi. Auf die Beine kam Gabi. Ein paar torkelnde Schrittchen machte Gaby. Ehe Gaby auf den Teerboden niedergestürzt ist, habe ich Gaby unter dem Arm gefaßt, Gaby aufrechtgehalten. Um mich her brach fast die Welt zusammen, so wurde im Umkreis gelacht. 'Schert euch davon, ihr alle!' bellte Hinni. 'Reg dich ab, Hinni - wir gehen schon. Will sicher keiner was von den beiden da. Den zwei Schwestern Gleibts. Tschüssie, Hinni! Viel Spaß heute noch.' Gelächter allerorten. Aber es wurde fortgegangen. Kurz darauf waren nur noch Hinni, ich und Gabi auf der Bachbrücke. Die Situation mit Gabi hat Hinni begriffen, trat zu mir dazu, faßte Gaby auf der anderen Seite unter. Gabi, die nur mehr mit Mühe halten konnte. Ziemlich schwer, daß Gabi für mich war. Hinni war mir wirklich eine Hilfe. Daß Gabi viel nach Alkohol gerochen hätte, habe ich nicht riechen können. Eher roch Gabi, als hätte Gabi was Totes am Körper gehabt. Was für ein Geruch! Immer ekelhafter empfand ich ihn, als hätte er mir nicht in die Nase kommen dürfen. Aber, nicht ich, Gaby hat zu würgen angefangen, daß Hinni und ich Gabi, die sich nicht gegen Hinni und mich wehrte, seitlich führten. Damit Gaby ins Gebüsch speien hätte können, hätte Gaby das gemußt. Nur, bei Gaby blieb es bei Würggeräuschen. Nichts, das bei Gaby aus dem Mund herausgemacht hätte.

Detektei Umschau: Und? Was weiter?

Frau Ramona Gleibt: Am Boden saß Gabi, würgte und würgte. Weil Gabi so roch, hielt Hinni sich ein Tuch vor die Nase. Nach Gabi faßte ich wieder. Nahm jetzt bewußt wahr, daß Gabi am ganzen Körper ganz kühl war. Richtig kalt. Und gezittert hat Gabi. So was von gezittert. Als friere Gabi in der warmen Nacht vor Kälte. Noch mal habe ich bei Gaby ausgiebig gerochen, daß es mich hob, ich den Kopf schnell zur Seite drehen mußte. Nach Erbrochenem wegen zuviel Alkohol oder so roch es nicht bei Gabi. Auch nicht Geruch vom Klo. Sondern: Gabi roch tot. An Gaby war so ein unsäglicher Ekelduft, als wäre etwas länger tot. Erst am Nachmittag hatte ich so was ähnliches gerochen. Als ich eine tote, halbverweste, am Bauch aufgeblähte Ratte in der Werkzeugshütte hinten beim großen Stall der Strauchingers gefunden hatte. 'Deine Schwester riecht echt strange, Mona, igitt', sprach Hinni die Wahrheit aus: 'Wie totes Vieh ... Mann, man glaubt's nicht. Was machen wir jetzt mit deiner Schwester, Mona? Hier liegenlassen können wir sie leider nicht. Vielleicht braucht sie einen Arzt ...' 'Wir bringen Gaby nach Hause', war meine Antwort: 'Bringen wir Gabi auf den Hof der Strauchingers, Hinni.' Hinni: 'Wenn der Geruch mich nicht bis dahin umgebracht hat, machen wir das, Mona.'

Detektei Umschau: Ihre Schwester Gabi wieder mal, Frau Gleibt ...

Frau Ramona Gleibt: Stimmt. Daß ich mit Hinni wo hingehen wollte ... Daß Hinni und ich ... Es war vergessen. Hinni und ich, wir hatten Gabi zwischen uns. Gleichgültig, was mit Gabi los war, was das für ein ekliger Duft war, der von Gabi wegging, ich war Gabis große Schwester, mußte Gabi helfen. Gabi, die konnte nicht alleine stehen. Auf den Strauchinger-Hof zurückgehen, das konnte Gabi alleine schon gar nicht. Ich hab das nicht gekonnt, Gabi irgendwo im Gebüsch zurücklassen. Und Hinni, der mit mir ..., machte bei mir mit Hinni ... Obwohl Gabi roch wie ein Haufen toter Ratten war Hinni ein Netter, Hilfsbereiter. 'Ficken soll ER euch', hörten Hinni und ich Gabi plötzlich wieder: 'Euch alle beide soll ER ficken.' Alle paar Momente drängelten solche Worte bei Gabi raus. Gabi fragte mich: 'Weißt du, Mona, du Fotze, wo ich bis vor ein paar Minuten war? Bei IHM. Mich nimmt ER. Das kleine Arschloch da, das da bei dir, Mona, das solltest du vergessen. Das kleine Arschloch kann IHM nicht das Wasser reichen.' Gabi zu Hinni rüber: 'He, du, ich sag dir, was du bist. Ein Geiersdorfer Wichser. Ein Dorf-Wichser bist du.'

Detektei Umschau: So was hat Gabi zu Hinni gesagt?

Frau Ramona Gleibt: War das oberpeinlich. Was Hinni aus dem Mund meiner Schwester Gabi zu hören kriegte, war das gemein. Ober-, obergemein. Habe Gabi irgendwann auch losgelassen, daß Gabi, dieses bestialisch stinkende Biest, kurz nur noch von Hinni gehalten wurde. Wäre Gabi da, wenn Hinni sie nicht mehr gehalten hätte, ins Stechgebüsch geflogen, hätte losgeheult ... Muß sagen, ich hätte deswegen lange nicht das bißchen mit Gabi mitgeheult. Durch den Kopf ging mir, daß ich gerne gewußt hätte, welcher Streich Gabi gespielt wurde. Der Geruch Gabis, das war nicht normal. Irgendwas mußte Gabi dazu noch genommen haben. Weiter, daß Gabi kaum einen Schritt alleine gehen konnte. 'Was machst du, Mona?' raunte Hinni mich an. 'Sehen wir nicht zu, daß deine Schwester schnell zu den Strauchingers ins Haus kommt?' Ich: Doch! Machen wir zu, daß wir sie heimschaffen.' Hinni und ich, einfach irre nett, während Gaby weiter in einer Tour brabbelte, was ER uns ficken würde, sollte. Hinten und vorne. Überall würde ER uns ficken. So nett waren Hinni und ich, daß Gabi in ihrem elenden, übel riechenden Zustand schließlich vor die Haustür der Strauchingers ankam. Ein langer Weg war das für Hinni und mich, sage ich Ihnen. Mit Gaby, Gaby, diesem ekligen, stinkenden Miststück. Die Haustüre der Strauchingers war nicht zugesperrt, drinnen brannte Licht. Hinein sind Hinni und ich, Gabi unter dem Arm gefaßt. Zu mir und Hinni hin hat Gabi böse gefaucht. Von Hinni und mir hat Gabi sich losgerissen, ist zur Hausstiege getaumelt. Auf allen vieren ist Gabi die Stiege ziemlich zügig hochgekrabbelt, Gabi in ihrem Jeansrock, an den Arschbacken Flecken. Oben verschwand Gabi, ist mir aufgefallen, daß bei mir an der Seite irgendwas fehlte. Im Kreis habe ich mich herumgedreht, Hinni war nirgends mehr bei mir. Die Haustüre war angelehnt. Im Schleicheschritt, ohne daß ich etwas davon mitgekriegt hätte, hatte Hinni wieder zur Strauchinger-Haustür hinausgemacht. Hatte mich alleinegelassen, während ich meiner Schwester Gabi zuschaute, wie sie die Stufen hinaufkroch. Hinni hatte mich alleinegelassen. Aus dem Haus der Strauchinger-Leute bin ich hinausgelaufen, Hinni hinterher.

Detektei Umschau: Alles nur wegen Ihrer Schwester Gabi ...

Frau Ramona Gleibt: Der Zufall hat mir geholfen ... Plötzlich habe ich Hinni gesehen. Unter einer Straßenlampe. Ganz schön schnell ist Hinni ausgeschritten. Gerannt bin ich, zu Hinni zu kommen. Hinni hatte sich umgesehen, mich gesehen. Trotzdem ist Hinni nicht stehengeblieben. Habe Hinni überholt, mich Hinni gegenüber aufgebaut. Das hat Hinni zum Stehen gebracht. 'Warum wartest du nicht auf mich?' habe ich Hinni atemlos gefragt: 'Wo willst du denn so eilig hin?' 'Wo soll ich denn hinwollen?' stellte Hinni mir die Gegenfrage: 'Nach Hause will ich. Für mich wars das jetzt, ich gehe jetzt ganz einfach nach Hause.' 'Was willst du denn daheim?' sabbelte ich doof daher. 'Schlafengehen', gibt Hinni zurück: 'Schlafengehen, was sonst?' 'Wirklich, du willst jetzt schlafengehen?' wollte ich es nicht glauben. 'Für heute reicht's mir', hielt Hinni es fest.  'Aber, ich - wir ...', konnte ich es nicht begreifen. 'Nein, für heute steht's mir hier.' Die Handkante hatte Hinni waagrecht an seiner Stirn. 'Wa-warum denn?' konnte ich das weiter nicht verstehen. Hinni: 'Weil's für heute langt. Ich gehe nach Hause. Heim in die Wohnung meiner Eltern. Dort geh ich auf mein Zimmer. Dort lege ich mich ins Bett. Alleine. Denn dich, dich nehme ich nicht mit. Auf keinen Fall. Heute nicht mehr. Über dich muß ich nachdenken. Über alles nachdenken. Vielleicht rufe ich dich aber morgen an. Hast mir  ja deine Nummer gegeben ...' Ich: 'Du rust mich an, morgen, Hinni ...?' Hinni: 'Könnt sein. Oder auch nicht. Weiß jetzt noch nicht. Habe deine Nummer auf dem Zettel in der Hosentasche. Ich rufe an. Gute Nacht dann, Mona.' Ich habe zu Hinni hinaufgenickt, und Hinni schritt an mir vorbei, das Gesicht geradeaus. Für mich war die Geschichte unmißverständlich klar. Nur zu gut, daß ich alles begriff. Das, daß Hinni mich morgen nicht anrufen würde. Auch nicht übermorgen. Hinni hatte keine Lust mehr auf mich.

Detektei Umschau: Sollte sich doch nicht so haben, der junge Mann ...

Frau Ramona Gleibt: Hinni war fort, und ich hatte ich eine Wut. Eine Wut. Auf Hinni. Aber vor allem hatte ich eine Wut auf Gabi. Gabi, die hatte mir das mit Hinni verdorben. Gabi war mir mit Hinni dazwischengekommen. Gaby, das stinkige Miststück von einer Schwester, das nicht mehr alleine aufrecht gehen hatte können. Aber der Dreck, der Dreck ist Gabi trotzdem noch schön aus dem Schandmaul gekommen. Überhaupt, was Gaby so riechen hatte müssen, wie Gabi gerochen hatte. Wie eine, die nicht wußte, daß sie tot war, hatte Gabi gerochen. Nicht zu fassen, dieser Geruch. Der von meiner Schwester wegging. Auf Umwegen bin ich heimgegangen. Habe jede Begegnung nach Möglichkeit vermieden. Als ich dann auf dem Hof der Strauchingers zurückgekommen war, habe ich den Rettungswagen mit Blaulicht vom Hof abfahren sehen. Dahinter fuhr auch noch der Notarztwagen bei den Strauchingers raus. Sonja stand in der Haustüre, als ich dort eingetroffen bin. Fragend, daß ich Sonja angeglotzt hab. 'Mutti ist mitgefahren, Mona', sagte Sonja zu mir. 'Was denn - im Rettungswagen? Was denn hier passiert, Sonja?' erkundigte ich mich, hatte aber eine Ahnung. 'Oben am Gang hat Mutti Gabi am Fußboden liegend gefunden. Bewußtlos. Nur noch ganz schwach hat Gabi geatmet, Mona. Hatte Kotze im und am Mund. Mutti hat bei Gaby erste Hilfe gemacht. Zu mir hat Mutti gesagt, ich soll den Notruf anufen. Habe ich sofort gemacht. Waren in acht Minuten da. Haben Gabi notärztlich versorgt. Haben Gabi auf eine Trage gelegt, festgeschnallt. Sie die Stiege runtergetragen. Jetzt ist der Rettungswagen gerade weggefahren. Mutti ist mit Gabi ins Krankenhaus mitgefahren. Mutti wird uns anrufen, uns sagen, was genau mit Gaby ist.' 'Wo ist Vati?' habe ich gefragt. 'Vati ist noch nicht daheim', unterrichtet mich Sonja: 'Vati hat auch sein Phon nicht an. Von den Strauchingers ist auch noch keiner wieder daheim. Alle sind noch auf dem Fest ...'

Detektei Umschau: Ihre Schwester Gabi mußte ins Krankenhaus, Frau Gleibt? Was war denn genau mit Ihrer Schwester?

Frau Ramona Gleibt: Könnten wir jetzt hier Schluß machen? Werde Sie morgen wieder anrufen, ja ...?

Detektei Umschau: Natürlich können wir das jetzt an der Stelle beenden, Frau Gleibt ...

Frau Ramona Gleibt: Ich rufe Sie an.

 

 

Fortsetzung des Gesprächs Frau Ramona Gleibts mit Mitarbeitern der Detektei Umschau (Herr Thomas Setzer und Frau Regine Datz; die Diktiergerätaufzeichnung ins Reine getippt hat Frau Agathe Deuth):

 

Detektei Umschau: Sie haben uns angerufen, Frau Gleibt, hier sind wir.

Frau Ramona Gleibt: Habe doch gesagt, daß ich gegen neunzehn Uhr daheim sein werde. Sie sind pünktlich gekommen ...

Detektei Umschau:

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