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Blog von TeddeMehr

"Das digitale Tagebuch" (08.08. - 17.08.), No. 1

27. Mai 2014 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #T-Rixi

Achter August, meine Tagebuch-Datei aufgeklickt.

Mittwoch am Nachmittag. Genaue Uhrzeit: 14:57 Uhr.

 

Irgendwie fehlt mir für alles der rechte Antrieb heute. Keine Lust zu nichts.

Nicht mal ein Mittagessen wollte ich mir bis jetzt zubereiten. Dafür habe ich eine Packung Kartoffelchips gefressen.

Vielleicht geh ich dann in den Staatenwelt-Schnellimbiß in der Nachbarschaft zwei Straßen weiter. Für einen Hämbörger oder zwei. Mit kalter Cola.

Obwohl - draußen hat's schlechtes Wetter. Hat sich nichts dran geändert, seit ich wach bin.

Es regnet und stürmt. Nicht für Sommergewitter. Eher wie verfrühtes Herbstwetter schaut es aus.

Gestern abend, später, nachts, war es auch nicht angenehm. Öfters mal hat es hergeschüttet.

 

Die ganze Zeit jetzt muß ich gerade an Angelika denken.

Angelika mit mir alleine - bei Angelika das richtige Knöpfchen zu drücken ...

 

Nach Mitternacht, gegen ein Uhr, habe ich Angelika die letzte Nacht nach Hause begleitet. Unter Angelikas Regenschirm waren wir; den Schirm, den ich hochgehalten habe.

Als Angelika und ich dann nach unserem Spaziergang zu nächtlicher Stunde bei ihr eng an der Haustüre beieinander gestanden waren, dachte ich ...

Es hat wirklich so gewirkt, als würde Angelika darüber nachdenken, ob sie es sich nicht gestatten sollte, mir zu erlauben, mit ihr hochzukommen. Mit allen Möglichkeiten, die sich daraus bei ihr, Angelika, für mich ergaben. Nur - wie soll ich das ausdrücken? -, irgendeine Zurückhaltung, Hemmung Angelikas, die hat das verhindert. Weiter braucht Angelika Folklore mit mir bei sich. Ehe sie ...

 

Hm! Hm!

Angelika hat Geld. Jede Menge Geld. Das Geld reicher Eltern.

Wirklich, Tagebuch, an keiner Kröte fehlt es Angelika. Auch nicht am B-Faktor. Den jeder ebenso gut gebrauchen kann wie einen Haufen Gold.

Wer es demnach schafft, zu Angelika in die Wohnung hochzukommen, der ...

Nur, Angelika weiß das auch. Selber weiß Angelika das alles ganz genau.

 

Etwas kommt dazu, was mich angeht, was bei dem Thema Angelika und ich nicht gut ins Bild reinpaßt: Helen beziehungsweise Ebru, wie Helen heute überall heißt, rechnet zu Angelikas Freundeskreis. Seit längerem.

Angelika hat seit jeher, quasi im Vorüberkommen, so Dinge mitgekriegt, die zwischen Helen-Ebru und mir gelaufen sind. Damals, als Helen-Ebru und ich noch zusammen waren, Helen-Ebru und ich ein Paar und außerdem irgendwie verlobt.

Das heißt, Tagebuch, Angelika weiß echt was, wie es zwischen Helen-Ebru und mir ein paarmal abgegangen war. Das eine und andere Mal, daß Helen-Ebru geflennt hat. Ich, der Auslöser von Helen-Ebrus Tränen. Und wer war da zufällig in Helen-Ebrus Nähe? Angelika! Ohne, daß ich damals viel darauf geachtet hätte.

Jetzt bedeutet das jedoch für mich, gröbere Fehler darf ich mir bei Angelika nicht erlauben. Die Sache mit Angelika muß ich bei dem Tempo belassen, mit dem Angelika sie angeht. Sprich, auf nichts darf ich unbedingt bestehen, Angelika zu nachdrücklich und aufgeregt mit was bedrängen. Nicht cholerisch werden - sonst entsinnt Angelika sich vielleicht auf Helen-Ebru und mich.

 

Schließt sich die Türfläche hinter Angelika, der teuren Braut, habe ich zu warten, zwei, drei Minuten lang. Kommt Angelika nicht zurück, schaut noch mal zu mir heraus, ob ich eventuell weiter da bin - dann muß ich am Ende die Schulter zucken, alleine und unverrichteter Dinge Richtung heimatlicher Wohnheimwohnlichkeit marschieren.

Daheim bei mir schalte ich eben mein Läppie ein, chatte eine normale Runde Zeitvertreib. Oder ich geh zu Bett, lege mich schlafen.   

 

Das Ganze mit Angelika, die reinste Geduldssache.

Das bei Angelika ist auf Geduld ausgelegt. Geduld, Geduld, Geduld.

Etwas anderes, das ich nicht an den Tag legen sollte. Der lange Weg, der muß von mir genommen werden.

Stets die bessere Laune, kaum eine andere herzuzeigen. Flüchtige Berühungen, wenn überhaupt das Wagnis einer Berührung. Bestenfalls kleine Küßchen links und rechts auf die Wange, zur Begrüßung, zum Abschied.

Händchenhalten, das hätte schon in dem Sinne beinahe Bedeutungskraft.

Vorsicht, das mit den Lippen. Das könnte gefährlich werden.

Meine Lippen, die sollte ich nicht zu sehr randrängeln. Das mit den Lippen, das muß sich so ergeben. Wie etwas so nebenbei. 

Allerdings, immer sollte ich mit dem nötigen Feuer bei der Sache sein. Bereit sein und nicht zögern, Angelika auf den Kußmund zu gehen, ist das DIE Gelegenheit, die, auf die ich warte.

Denn es kann sein, daß der Zeitpunkt gekommen ist, daß Angelika mir den Mund öffnet. Für einen Zungenkuß. Sogar für einen längeren.

 

Daß Angelika Helen-Ebru und mich als Paar kennt, das ist ... Das ist ...

Schlecht ist das. Kein Ausdruck.

Meinem Spiel mit Angelika ist das nicht zuträglich. Nicht das bißchen.

Das muß ich festhalten: Daß Angelika und Helen-Ebru Freundinnen sind, welche, die sich besser kennen, das ist im Augenblick eine einzige Störung. Für mich in der Umgebung Angelikas überhaupt nicht hilfreich.

Nur, was soll ich machen? Das da gewisse Widerstände sind, mit dem muß ich zurechtkommen.

 Solange Angelika mich in ihre Nähe läßt, sich ausschließlich von mir und keinem anderen nach Hause begleiten läßt, ist meine Welt bei Angelika doch in Ordnung. In allerbester Ordnung. Oder?

Für den Rest muß ich eben schauen, daß mir der Geduldsfaden nicht reißt.

 

Verdammter Mist, mein Tagebuch, daß Angelika mich schon aufbrausend, jähzornig erlebt hat.

Bei zwei Szenen zwischen Helen-Ebru und mir war Angelika sicher persönlich dabei. Andere kennt Angelika vielleicht vom Hörensagen, weil Helen-Ebru sich bei Angelika ausgeheult hat.

Beispielsweise war Angelika da bei Helen-Ebru und mir und Mitstudentinnen Helen-Ebrus mit dazwischen, als ich Helen-Ebru böse hergebellt habe. Weil ich mit Helen-Ebru nicht mit in die Moschee wollte. Das schaffte eine Situation. Am Hemdkragen habe ich Helen-Ebru gepackt, Helen-Ebru vor die Brust gestoßen und weggeschubst, daß Helen-Ebru es nur mühsam vermied, nicht auf der Straße zu landen, auf der die Autos ziemlich schnell dahinfuhren. Wer weiß, wenn ich Pech gehabt hätte, Helen-Ebru wäre von einer Karre ange- oder überfahren worden ...

Dann erinnere ich mich an den Sommer voriges Jahr kurz vor den Semesterferien. Angedroht habe ich Helen-Ebru, ihr links und rechts ein paar aufs Maul zu geben. Keine leere Drohung von mir. Helen-Ebru hat weiter eifrig zu mir hingesülzt, habe ich nach Helen-Ebru geboxt. Habe Helen-Ebru nur deswegen nicht mit der Faust über den Brüsten voll am Brustkorb erwischt, weil Helen-Ebru sich zur Seite weggedreht hat.

Das Ganze droben, während Angelika in den Sekunden viel zu nahe bei Helen-Ebru und mir herumstand. Quasi hätte Helen-Ebru ihre Freundin Angelika als Augenzeugin gegen mich anfragen können, hätte Helen-Ebru was Gesetzliches gegen mich unternehmen mögen.

Bei der Eingangstüre bei Eaters, dem Schnellimbiß in Uninähe, war das, daß ich nach Helen-Ebru gehauen habe. Helen-Ebru und Angelika sind danach, als Helen-Ebru alleine zu Eaters hineingegangen war, eine Weilchen an einem Tisch bei Eaters beisammengesessen, habe ich beobachtet. Helen-Ebru muß Angelika etwas von ihren Nöten mit mir erzählt haben.

In der heutigen Gegenwart könnte Angelika mit Helen-Ebru auch über mich eingehender gesprochen haben, irgendwann bei einem Zusammentreffen. Sich darüber mit Helen-Ebru unterhalten haben, daß ich momentan versuche, mich näher bei ihr, Angelika, einzufinden ...

 

Angefangen habe ich demnach, liebes Tagebuch, Angelika den Hof zu machen. Dabei ist Angelika eine, die mich in voller Fahrt voraus gesehen hat. Jähzornig, bedenkenlos.

Denkt Angelika bei Gelegenheit an solches in Zusammenhang mit mir, was sie per Zufall mitgekriegt hat, und daran, was heutzutage so meine Absichten bei ihr, Angelika, wären, kann es sich ereignen, daß mir dadurch schnell eine hübsche Zahl vom Punktestand an der Anzeigetafel abgezogen wird. Punkte, die ich jedesmal aufs neue aufholen muß.

Deswegen muß ich mich wirklich zusammenreißen, bei Angelika. Passe auf, daß nicht viel von mir falsch bei Angelika ankommt. Gut die Möglichkeit, daß ich, bin ich zu sorglos, als Arsch tief drunten lande. Es mir in der Folgezeit geschieht, daß ich Angelika irgendwie aus den Augen verliere. Die ist in der Lage, meine Angelika, mir bei sich den Laden dichtzumachen.

 

Hoppie!

War gerade ein Weilchen hier bei Dir fort, Tagebuch.

Weil Nadine, meine fröhliche französische Nachbarin, bei mir an die Türe geklopft hatte. Nadine sagte, als ich ihr aufgemacht hab, zu mir, daß jemand für mich am Flurtelefon dran wäre.

Mußte ich also ans Telefon.

Angelika war die am anderen Ende der Leitung. Als hätte sie, Angelika, während dieser Momente jetzt ebenfalls ausführlicher mit mir beschäftigt. Ergebnis: Angelika ruft mich an. Dabei war das, daß Angelika mich anrief, am Schluß wirklich positiv für mich zu sehen. 

Am Telefonhörer setzte Angelika mir zuerst auseinander, die Nummer von mir, die ich ihr am Tresen in der Toelle-Bar angesagt hätte, damit sie, Angelika, sie bei sich am Phönchen speichert, die würde nicht stimmen. Da hätte sie wohl eine Zahl falsch getippt. Zum Glück hätte ihr eine Freundin die Nummer des Wohnheims durchsagen können, und nun hätte sie sich zu mir durchgeklingelt.

Unser nächstes Treffen heute abend, das hat Angelika jedoch via Telefonapparat abgesagt.  

Angelika meinte, sie würde sich nicht besonders fühlen, und das würde bis zum Abend nicht besser. Grund: ihr Exposè. Das Exposè, das sie im Laufe der Woche abgeben sollte. Mit dem Exposé würde sie nicht fertig. Dabei war ihr der Termin von ihrem Professor ohnehin bereits verlängert worden. An dem Exposè zu arbeiten, das mache sie, Angelika, total werktätig. Aus dem Grund müßte sie, Angelika, heute abend in der Wohnung daheim bleiben. Sie könnte nicht ausgehen, mit niemandem. So leid ihr das auch täte.

 

Muß nicht erwähnen, Tagebuch, daß ich das vollste Verständnis für Angelika hatte. Das brachte ich Angelika gegenüber auch zum Ausdruck.

Habe Angelika nicht gereizt hingeschnarrt, daß sie, Angelika, vielleicht nur zu doof für die Themenstellung ihres kleinen Exposès wäre. Selber schuld, wenn sie Zeit braucht und braucht, obwohl sie lange eine Terminverlängerung hatte. Hätte Angelika sich besser ein anderes Thema ausgesucht, mit dem fertig werden hätte können. Sah nämlich nicht so aus, als ob sie das von ihr selbst erwählte packen würde.

Eigentlich, das Telefonat Angelikas mit mir: ziemlich kurzangebunden, Angelika. Die Minute, die ich bei Angelika dann noch hatte, reichte so eben hin, Angelika die Nummer meines Phones neu zu diktieren.

Hoffentlich hatte Angelika meine Mobilfunknummer nun auch fest. Konnte die Zahlen richtig aufschreiben und einzugeben.

Hab Angelika kurz noch gefragt, ob ich sie das eine oder andere Mal wenigstens anklingeln dürfte. Hat Angelika abgelehnt; wenn, dann ruft, sie, Angelika, bei mir an. Das wäre die bessere Lösung.

Damit war es das mit dem Telefonat auch schon. Angelika hauchte mir ein Auf Wiedersehen - legte auf.

 

Was soll ich mir denken, Tagebuch?

Könnte gut sein, daß Angelika so ihre Gedanken hat, wegen mir. Solche, die Angelika an mir zweifeln lassen.

Bestimmt möglich, daß bei Angelika die eine oder andere ihrer Freundinnen am Ohr sitzt. Mit nicht allzu großer Freundlichkeit, was mich anbetrifft. Wegen dem, was zwischen Helen-Ebru und mir öfters passiert war.

Schließlich Helen-Ebru höchstselbst. Helen-Ebru, eine Freundin Angelikas. 

Viel zu viele aus Helen-Ebrus Freundeskreis sind mit Angelika befreundet.

Mann, mein Tagebuch, das ist es eben - mein Problem bei Angelika.

Deshalb ist das ja auch nicht schlecht, daß ich mich zurückhaltend verhalte. Daß ich mich nicht zu übermäßig vorwärts drängele.

Obwohl es nervt, voll annervt, nicht direkter aufs Ziel losgehen zu können. Volle Kraft voraus.

Andererseits: Ich bin keiner, der sich von Rückschlägen beeindrucken läßt. Werde schön weitermachen, bei Angelika. Das Brett bei Angelika bohren, wie das Sprichwort sagt.

 

Mal kurz hier an der Stelle zusammengefaßt: Betsy, Tina, Laila, Rebecca, Tatjana und Carola - die sind außer Angelika auch noch interessant. Haben aber alle Kerle an ihrer Seite. Ziemlich als Konstante.

Oder es sind zu große Freundinnen Helen-Ebrus. Zum Beispiel Laila, Tatjana. In der Hinsicht ist Angelika zwar eine Freundin Helen-Ebrus. Angelika bei Helen-Ebru jedoch eher im höher stehenden Mittelfeld anzusiedeln.

Und, sehe ich Angelika in der Welt herumlatschen, stiefelt Angelika die meiste Zeit solo und unverkuppelt in der Gegend rum. Wenn Angelika auftaucht, dann zumeist mit Freundinnen. Ohne männliche Begleitung.

Wen immer ich Angelika küssen habe sehen, die letzten Monate, der fehlt der Angelika bald drauf wieder. Ohne, daß Angelika wirkt, sie hätte gleichgeschlechtliche Geschichten am Laufen. In der Hinsicht ist auch nicht viel, überblicke ich die Szenerie richtig.

Also, eine feste Beziehung, das ist eine Lücke bei Angelika. Irgendwie mag Angelika sich nicht fester binden.

Als ob Dinge schließlich nicht recht passen. Oder er, sie, es an Angelika vorüberginge. Bei Angelika hat er, sie, es keinen Halt.

Kann ich zwar nur schwer fassen. Aber, wenn dem so ist, mir soll es recht sein. Könnte ich zu einem Moment kommen, bei Angelika DER zu sein.

Weil es sich im Grunde lohnt, bei Angelika auf der Matte zu stehen. Angelika eine, wenn ich einmal bei der zum Anschieben komme. Würde ich Angelika gerne ein paar weitere Male beim Schieben helfen.

Schaff ich das nämlich, bei Angelika den Motor so richtig in Gang zu bringen ...

 

 

 

Neunter August, Tagebuch-Datei für einen neuen Eintrag aufgeklickt.

Donnerstag am Nachmittag. Uhrzeit: 14:05 Uhr.

 

Heute seit halb sieben Uhr wach.

Hatte eigentlich die Nacht durch gut gepennt.

Dann mußte ich feststellen, daß ich leider mein Smartie nicht lautlos hatte. Der musikalische Lärm des Telefons hat mich geweckt. Bin, kaum einigermaßen zu mir gekommen, sofort rangegangen, hatte das Teil an meinem Ohr.

Angelika war dran. Der erste von Angelikas Anrufen heute.

Seit halb sieben Uhr früh heute Angelika und Angelikas Not. Angelikas Nöte mit ihrem Exposé.

Seit halb neun vormittags ist Angelika in den Büros der Uni auf Tanz unterwegs. Weil Angelika einfach mit ihrem Exposé nicht fertig wird. Das nicht schaffen kann.

Mensch!

Zum einen Angelikas Idee, einen neuen Zeitaufschub gewährt zu bekommen. Den Abgabetermin, den sollte ihr Professor noch mal um ein paar Wochen nach hinten in die fernere Zukunft verschieben. Am besten auf unbestimmte Zeit; solange wie es eben dauert, bis Angelika damit zu einem Ende kommt.

Gleichzeitig will Angelika jedoch auch in der Pokerrunde was vom Blatt sehen. Das soll überschaut werden, was Angelika bisher soweit fertigkriegen konnte. Deswegen ist Angelika auch auf der Reise. Bei einem anderen Professor möchte Angelika anfragen, ob er nicht Lust hätte, geschwind ein Auge auf ihren Schrieb zu werfen und ihr dazu etwas zu sagen. Angelika möchte erfahren, ob die Teile des Exposés, die sie hat, nicht doch schon ein bißchen was taugen. Entweder Daumen hoch oder Daumen runter.

Daumen hoch, wäre Angelika einigermaßen von der sie drückenden Last befreit. Könnte Angelika doch zu ihrem eigentlichen Professor rennen. Ansonsten, er, der zweite Prof, der könnte doch, so unter der Hand, natürlich nicht für lau. Angelikas Eltern könnten spenden. Oder einer Stiftung eine größere Summe zukommen lassen; wenn was dringend am Herzen liegt ...

 

Ah, Tagebuch - eine Neuigkeit von Angelika ...

Angelika war bei ihren Bemühungen, die Adresse eines Uni-Profs zu erhalten, der ihr in ihren Angelegenheiten weiterhelfen konnte und doch nicht in den Semesterferien war, endlich erfolgreich.

Mußte mich vorhin sofort anrufen, Angelika, deswegen.

Während ich das hier jetzt tippe, fährt Angelika mit dem Stadtbus Richtung Professorenwohnhaus. Zu demjenigen, der zugestimmt hat, einen außerordentlichen Blick auf Angelikas Abgespeichertes zu werfen. Um Angelika ein klein wenig Wahrheit darüber kunzutun. Und, wenn es sein muß, an Angelikas Exposé erste Hilfe zu leisten und ihr einen genaueren Weg ins Ziel aufzuzeigen.

 

Mensch, Mensch, Angelika! Welche Probleme willst du mir weismachen, Angelika?

So ein Exposè ist gewissermaßen etwas Stichpunktartiges, eine Art Stoffsammlung. Vielleicht in Form von ein paar Zeilen näher ausgeführt. Eine Doktorarbeit ist ein Exposè nicht. Trotzdem drei Monate, das hat Angelika mir vorhin gelabert, habe ich Angelikas Worte richtig mitgekriegt, daß Angelika bereits über ihrem Exposé sitzt. Zumindest, drei Monate, die sind heute vergangen, hatte Angelika mir hingesagt.

Drei Monate - wo sind denn da die Tage, Wochen hingekommen?

Hm, na klar, an ein paar Tagen in der Zwischenzeit in Vorlesungen gesessen, die Frau. Aber, sonst? Die Restzeit? Die einen oder anderen Abende? Manche der Wochenenden?

Denke, wo das Moment der Zeit ihr abhandengekommen ist, das könnte Angelika mir heute abend gut stundenlang erklären. Mir in ihrer Wohnung auseinandersetzen, das, Angelika, mir. Während ich bei Angelika knapp nebendran sitze. Vielleicht, daß ich versuche, mir so nebenbei Angelikas Hand zu grabschen. Und, wenn Angelika mir die nicht wegzieht ...

Ich halte mal Angelikas Händchen. Außer mir und Angelika weit und breit kein Mensch weit und breit, könnte ich gut um einiges mehr unternehmen als bloßes Händchenhalten. Für Küsse gehen ...

Ich meine, wenn es Angelika am heutigen Tag so zu mir hindrängt. Ein Anruf Angelikas bei mir folgt auf dem nächsten. Kurznachricht um Kurznachricht schreibt Angelika mir. Das alles, daß ich fast hautnah bei Angelika dabei bin. Alle fünf Minuten hält Angelika mich bei ihren Unternehmungen auf dem laufenden. Nur, daß ich sie leibhaftig am Phone zu sehen kriege, darauf hat Angelika bis jetzt nicht verfallen mögen. Direkten Live-Kommentar mit bewegten Bildern erlebe ich nicht.

 

Seit heute früh um halb sieben höre ich allerdings Angelikas Stimme oft genug. Angelika aber auch die meine.

Na, was sagt mir das, mein Tagebuch?

Das hat eine klare Aussage, das. Die, die ich sollte ...

Ich sollte dafür sorgen, frisch zu bleiben. Für den Fall, daß ich schnell losmachen muß, bereit sein ...

Das will ich auch. Darauf kann Angelika sich verlassen. Frisch geduscht bin ich außerdem, habe leichtes Männerparfüm aufgelegt.

Sobald ich erfahren habe, daß Angelika wieder bei sich daheim eingetroffen ist, könnte ich anfragen, ob ich nicht auf der Stelle zu ihr, Angelika, hinkommen könnte. Zu ihr hinauf.

Oder Angelika teilt mir nach ihrem Professorenbesuch mit, ich sollte schnell irgendwo anders hinkommen zu ihr. Daß wir, Angelika und ich, uns in einem Restaurant treffen. Weil Angelika was zu feiern hat.

Essen Angelika und ich eben erst mal was Feines, ehe es mit uns weitergeht ...

 

O ja, ich werde zu Angelika eilen, fliegen, sobald Angelika das irgendwie ansagt. Um zu schauen, was für mich bei Angelika möglich ist. Was ich bei ihr in Folge anstellen kann, was nicht.

Warte schnell, Tagebuch, Angelika ruft eben wieder an bei mir ...

 

*

 

 

Zehnter August, Tagebuch-Datei aufgeklickt.

Freitag am Nachmittag. Uhrzeit: 15:02 Uhr.

 

Wie es aussieht, gehe ich heute nicht aus. Wenn keine Angelika bei mir ist, ist es nichts mit dem Ausgehen. Entweder Angelika - oder es ist nichts dafür.

Die anderen sind im Moment zu topbesetzt.

 

Weiß nicht, was augenblicklich bei Angelika ist. Nur, seit gestern, drei Uhr nachmittags - 15:02 Uhr -, ist alles bei Angelika für mich wie ausgestorben.

Angelika antwortet mir auf keine Kurznachricht. Rufe ich bei Angelika an, erreiche ich nur Angelikas mailbox.

Komisch. Als hätte ich was angestellt. Bloß bin ich mir nichts bewußt, was falsch rüberkommen hätte können.

 

Vielleicht gehe ich doch noch aus, später am Abend, gegen halb elf, zwölf. Um zu sehen, ob ich Angelika wo entdecken werde. Mir einen Überblick verschaffen kann, wer oder was bei Angelika ist.

Oder hat Angelika was mit dem Prof angefangen? Daß Angelika gerade keinen brauchen kann, der näher bei ihr dran ist. Weil Angelika bei dem Mann die Tute bläst und sich rumspreizt ...

Das soll ich nicht unbedingt mitbekommen.

 

Bis ich Näheres weiß, will ich mich hier in Dir, Tagebuch, nicht in sinnlosen Spekulationen ergehen, was plötzlich bei Angelika los sein könnte, daß Angelika sich nicht mehr für mich meldet, obwohl es gestern den ganzen Tag über ausschaute, Angelika hätte was mit mir dringender nötig.

Sage mal: Angelika soll doch tun und lassen, was und wie sie es gerne hat. Will in Dir, liebes Tagebuch, jetzt mit was anderem weitermachen.

Wieder die Geiersdorfer Geschichte. Denn die verlangt nach einer Fortsetzung.

Weil, Sorgen bedrängen mich. Wegen all des Vergessens, das einem anheimfallen kann. Das heißt, ich sollte dringendst darauf zurückkommen, solange das einigermaßen frisch geblieben ausschaut.

 

Möchte davon in Dir, mein Tagebuch, weiterschreiben, von den folgenden Geschehnissen, als ich weiter um Geiersdorf herum unterwegs war.

Jener Mittwochnachmittag. Mehr als vierzehn Tage ist der in der Gegenwart wieder her. Wie die Zeit vergeht.

Trotzdem erinnere ich mich daran bestens, daß ich an dem Mittwoch erst mittags im Ristorante Noblesse teueren Wein gesoffen hatte. Die ganze Pulle. Oberhalb von Geiersdorf hatte ich mir zwei Dosen Bier aufgerissen, den Inhalt flott in mich hineingeschüttet.

War ich demnach besoffen? Alles Suff, sonst nichts?

Derart alkoholbenebelt, mein Hirn, daß sich damit meine ganzen Zustände, Einbildungen - zum Beispiel auf der Geiersdorfer Bergstraße unmittelbar gegenüber von Hans-Georg Taberts großbäuerlicher Wohnlandschaft - im ausreichenden Maße erklären? Schuld an allem nur die Alkoholika?

Andererseits hat Alkohol üblicherweise eine enthemmende Wirkung. Daß einem Unternehmungen leichter fallen.

Angetrunken, das könnte man meinen, könnte ich beschwingt zu Tabert auf das Gelände spazieren. Im angetrunkenen Sud, daß es mir möglich wäre, an der Haustür des Großökönomenhofes dieses Taberts zu klingeln. An der Tür eine kleine Frage zu stellen, wenn mir die jemand aufmacht, seine Nase zu mir heraussteckt.

Da hätte ich doch weniger Probleme, oder, weil ich angeheitert war?

Statt dessen hatte ich nahe der Tabert-Wohnlandschaft jedoch den Vollstopper. Als befände ich mich vor Ort an einer Grenze, einer, unsichtbar für mich. Über die ich nicht hinwegkomme. Nicht ein Zentimeterchen, daß ich drüber hinausgelange. Obwohl ich vieles versuche.

Nur entlangmachen kann ich auf meiner Seite an der für mich nicht sichtbar gezogenen Trennlinie.

Als ob ich unter Hypnose stünde. Oder ein Bann über mich gesprochen wäre. Ein zauberischer Bannspruch. Irgendein Hexenwerk.

Ums Verrecken schaffe ich das nicht, bei den oberdoofen Tabert-Leuten in das exklusive Gestüt hineinzulaufen. Ganz und gar unbegreiflich ist mir das, daß es mir nicht möglich sein konnte, dort drinnen auf den leeren, geteerten Innenhof zu latschen. Um überall hinzustiefeln, wo immer mich mein Schritt hinbrachte.

Bis heute ist das jenseits meines Verständnisses, warum mir das verwehrt geblieben ist.

Dabei hatte ich doch ein gewisses Quantum intus; genug eigentlich, bedenkenlos, frei von der Leber für was draufloszugehen.

 

Das verstehe ich nicht, daß ich da behindert war, blockiert.

Wovor hätte ich mich fürchten sollen, bitteschön? Was hätte mir großartig passieren können?

Was steht dagegen, bei diesem Tabert auf den Hof zu spazieren, nach links und rechts rumzugucken? Schließlich, ist keiner zu mir hingekommen, stehe ich vor der Türe ins große Viele-Leute-Gebäude, klingele.

Wer immer zu mir herkkommt, rausschaut, ich betrachte ihn mir eben.

Ist doch nichts Schlimmes bei, von mir angeschaut zu werden. Anstellen könnte ich im Grunde auch nicht viel dort drinnen. Kaum was anbringen, kaputtmachen schon gar nichts. Und am Schluß kann man mir androhen, mich von Haus und Hof jagen.

Stell mir vor, ein Tabert-Mensch, bei all dem, was der Tabert auf dem Kerbholz hat, der droht mir trotz allem mit der Polizei. Wenn ich nicht auf der Stelle verschwunden bin, kommt die Polizei. Muß ich eine Minute länger lästig sein, kann ich drauf warten, daß die gerufen wird. In ein paar Minuten kann der Polizeiwagen da sein für; wenn ich unbedingt warten möchte, bis die kommen, auch gut.

Nein, mit Polizisten möchte ich überhaupt nichts zu schaffen haben. Die brauche ich nicht. Im Nu bin ich also bei den Taberts hinaus verschwunden. Ruhe in der Kiste.

Schnell wäre ich doch wieder vergessen.

 

Nur - das war nicht. Weil ich nicht auf den Tabert-Innenhof hineingekommen bin. Nicht im Fallen, kriechend, springend.

Alles nichts.

Horror stellte sich bei mir ein. Aus der Umgebung des Tabert-Grundes bin ich geflüchtet. Die Flucht habe ich ergriffen. Mit rasendem Herzschlag, panisch, einigermaßen kreischend, heulend.

Zwei Kurven die Geiersdorfer Straße hinunter bewältige ich. Bei der Parkbank neben dem Kurvenkreuz kommt mir mein klareres Denken zurück. Ich werde mir bewußt. Einigermaßen glücklich bin ich darüber, daß mir meine Schließmuskeln hinten und vorne nicht zu allzu großer Besudelung verholfen haben. Wegen des Schreckens, der mich überwältigt hatte. Nur leicht hatte ich mir in die Hosen gemacht. Konnte mich mit Papiertaschentüchern ausreichend genug hinterm Gebüsch säubern.

Schwach fühlte ich mich trotzdem noch ein geraumes Weilchen. Mehrere Minuten, daß ich verloren seitlich von dem Zwei-Meter-Andachtskreuz auf der hölzernen Bankfläche dahockte. Hochkommen war nicht.

 

Die Idee, echt: ein Zauberbann. Daß ich mit einer kleinen Hexerei belegt war.

Nur - woher hätten die Taberts eine solche Art Zauber gehabt? Weshalb denn?

Ein Zauber, der bei mir wirkt, als liefe ich gegen eine unsichtbare Wand.

 

Tatsache jedoch, für mich war da diese nicht mit dem Auge wahrnehmbare Grenze. Über die ich nicht hinwegkommen konnte.

Keine Ahnung, wie und warum.

Jedenfalls kann ich nicht behaupten, bei Tabert am Hof drinnen gewesen zu sein. Wirklich nicht. Tatsache.

 

*

 

 

Elfter August, Tagebuch-Datei aufgeklickt.

Samstag am Nachmittag. Uhrzeit: 14:32 Uhr.

 

Angelika war letzte Nacht nirgends anzutreffen. Niemand wußte recht, wo Angelika die vergangenen Tage abgeblieben war.

Tina, Rebecca, Tatjana, Becky, Laila, das waren die von Angelikas Freundinnen, die ich samt ihren Kerlen und anderweitiger männlicher Begleitung getroffen hab.

Mittendrinnen bei der Clique befand sich aber auch Helen-Ebru.

Helen-Ebru, die Granatapfel-Saft getrunken hat. Helen-Ebru, die war unverschleiert, lief aber mit buntem Kopftuch am Kopf oben rum. Das gleiche, das auch Laila hatte. Laila hat sich Alkohol in ihren Saft reinschütten lassen, den aus dem Long-Drink-Glas getrunken. 

War mir wirklich zuviel Helen-Ebru bei mir. Helen-Ebru, ohne Kerl an ihrer Seite. Und ich fühlte mich, als ob das kein Zufall wäre, daß Helen-Ebru mir immer in die Nähe kam. Habe ich mich nicht weiter lange da herumdrücken mögen, sondern mich nach einer dreiviertelten Stunde von allen Anwesenden verabschiedet, die außer Helen-Ebru gerade parat waren.

Bin anschließend einfach so durch die Straßen der nächtlichen Stadt spaziert. Bis ich meine Schritte entschlossen zu dem Gebäude gelenkt hab, in dem Angelika ihre Wohnung hat.

Droben bei Angelika brannte Licht. Angelika war demnach bei sich daheim. Mußte bei sich oben wach sein. Frage: War Angelika alleine? Oder war jemand bei Angelika oben?

Läuten wollte ich deswegen bei Angelika dann nicht. Nachdem Angelika schon den ganzen Tag über keinen Kontakt zu mir gesucht hatte, konnte ich wohl schlecht mitten in der Nacht bei ihr antanzen. Von Angelika was auf die Ohren kriegen, was ich nicht hören wollte, danach hatte ich nicht das geringste Verlangen.

Gedankenverloren bin ich Richtung meines Studentenwohnheims gelatscht.

Nadine, die Französin nebenan, die wäre hübsch. Hat mich heute mal wieder breit im Lift angelächelt.

Nadine, die Französin, hat auch Semesterferien, ist jedoch seltsamerweise nicht nach Frankreich, ihr Heimatland, heimgefahren. Wäre schon interessant, zu erfahren, welche Gründe es dafür geben könnte.

Konnte Nadine sich die Fahrt in die französische Heimat nicht leisten? Gab es irgendwelchen Ärger bei Nadine daheim? Oder was war los bei Nadine drüben?

Weiß im Grunde genommen überhaupt nichts davon, was Nadine den ganzen lieben Tag so treibt. Sollte ich mich nicht kundig machen? Mir anhören, welche Geschichten Nadine zu erzählen hatte?

Ist schon zu vermuten, das, daß Nadine keine Kohle hat.

Da heißt es, Angelika den Vorzug zu geben. Auf Angelika warten, für Angelika bereit sein ...

Besser, dahingehend nichts zu verdaddeln. Nichts mit einer armen Französin namens Nadine anzufangen, von der Angelika trotzdem irgendwann hören könnte. V

 

Themenwechsel: In Dir, Tagebuch, mein gestriger Eintrag. Als ich von den Gebäuden Hans-Georg Tabert in Geiersdorf die Geiersdorfer Bergstraße hinunter die Flucht ergriffen habe.

Aus der Umgebung von Hans-Georg Taberts Grundbesitz bin ich davongerannt.

Hans-Georg Tabert, dieser Mensch, und Manuela Dombrowski, die für ihn ...

Jahre war Manuela Dombrowski mit Hans-Georg Tabert zusammen. Die beiden waren jahrelang fest ein Paar, Hans-Georg Tabert und Manuela Dombrowski.

Trotzdem, Hans-Georg Tabert wollte mal was anderes sehen, kennenlernen. Deshalb hatte Hans-Georg Tabert einiges unternommen, Gina, die Frühmorgenmoderatorin vom Lokalradio, kennenzulernen.

Die Katastrophe nahm für Hans-Georg Tabert ihren Lauf, als Gina, die werktags Gina am Morgen ansagte, sich das mit Wuschi, ihrem Hundchen, ausdachte. Schon wirklich viel zu vieles Scheiße gelaufen bei Hans-Georg Tabert nach der Hunde-Geschichte. Und alles nur, weil Hans-Georg Tabert Wuschi, dem kleinen Hundie Ginas, der Radiomoderatorin, die Hans-Georg Taberts Geliebte geworden war, ein Zuhause geben wollte.

In den Knast schickte das Hans-Georg Tabert quasi, daß er Wuschi, dem Hundie Ginas, bei sich Asyl mit viel Fressie und jede Menge Auslauf und abgeordneten Spaziergängern anbot. Alles nur, weil Gina bei sich daheim mit Wuschi nicht länger zurechtkam, Wuschi, der Frauchen gegenüber bald Bissigkeit entwickeln wollte.

Die Aufregung der Zuhörerschaft Ginas, die ihre Radio-Show Gina am Morgen moderierte, verhalf Hans-Georg Tabert zu nichts Gutem. Bewährung aufgehoben. Schnell angesetzte Prozesse mit nachteiligen Urteilen. Hans-Georg Tabert hatte die Zelle in der Justizvollzugsanstalt sicher.

Dort, im Gefängnis, spielte sich dann mit Hans-Georg Tabert etwas ab, was ich eigentlich nicht recht durchblicke. Wie das geschehen konnte, finde ich komisch. Jedenfalls gelang Hans-Georg Tabert die Flucht.

Grund für Taberts Arztbesuch: Mithäftlinge hatten Hans-Georg Tabert hergeprügelt.

Derart brutal war auf Hans-Georg Tabert eingeschlagen worden, daß Hans-Georg Tabert von den Hieben und Tritten mehrere Rippenbrüche davongetragen hatte. Nach der Intervention durch seine Anwälte, weil irgendwie Probleme mit dem Heilungsprozeß der Brüche auftraten, war es Hans-Georg Tabert nach einigem Hin und Her erlaubt worden, einen Arzt aufzusuchen, der als Dritter seine Meinung zum körperlichen Gesamtzustand Hans-Georg Taberts abgeben sollte.

In einem Transporter durfte Hans-Georg Tabert sich unter der Bewachung von zwei Mann hoch Wachpersonal zur Adresse des besagten Doktors fahren lassen.

In der Arztpraxis hatte Hans-Georg Tabert, der vom Schwurgericht zu einer unangenehm hohen zwölfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden war, die er, bis er mit der Revision erfolgreich war, uneingeschränkt abzusitzen hatte, plötzlich einen angespitzen Gegenstand in den Fingern. Das spitze Ding kriegte Hans-Georg Tabert trotz seiner Handschellen an den Hals des einen der ihn begleitenden Wachleute ... Daraufhin mußten Hans-Georg Tabert die Handfesseln abgenommen werden. Beide Männer aus der Gefängnis mußten sich aneinanderfesseln und wurden gemeinsam mit dem Arzt, der eigentlich über Hans-Georg Taberts gesundheitlichen Zustand befinden sollte, in einen Raum eingesperrt.  Außerhalb der Arztpraxis stieg Hans-Georg Tabert in einen Wagen, bei dem zufällig der Funkschlüssel drinnen steckte. Nur noch anlassen mußte Hans-Georg Tabert das Auto.

Danach war für Hans-Georg Tabert überall und nirgends, jedenfalls für niemanden von den nach ihn fahndenen polizeidienstlichen Stellen auffindbar.

 

Wirklich obskur, das Erlebnis, das ich beim Tabert-Gelände hatte. Dieser Bann, der mich dort irgendwie erwischte.

Echt die Frage: Wer wäre derjenige bei den Taberts, der diesen Zauberspruch, der mich bannen konnte, gesprochen hätte?

Wäre schließlich unter den Taberts ein Zauberer - müßte Hans-Georg von den Taberts dann seine Tage und Nächte in einer Gefängniszelle verbringen? Wie Hans-Georg Tabert das in der Gegenwart machen muß. Ganz davon abgesehen, wenn keiner zu Hans-Georg Tabert aufs Gelände gelangen hätte können - daß das mit Manuela Dombrowski auch so nicht passiert wäre. Hätte es das mit dem Bann für die Leute gegeben, wäre Manuela Dombrowski heute noch am Leben.

Über die obigen Tatsachen habe ich heftig nachgedacht, auf meinem Sitzplatz auf der Holzbank unter dem großen Baum.

Meine darauffolgenden Überlegungen waren, daß Manuela Dombrowski seltsam unvernünftig in ihrem Handeln gewesen war. Als all die Polizei bei Hans-Georg Tabert auf den Innenhof eingefahren war. Normal kann einer das nur mit den Worten blinde Liebe erklären. Das, was bei Manuela abging, total durchgeknallt, selbstmörderisch. Anders könnte ich die Verhaltensweisen Manuela Dombrowskis nicht umschreiben.

Nehmen war mal die laufende Szene, von sämtlichen lokalen Medien ähnlich berichtet: Polizeifahrzeuge sind bei Hans-Georg Tabert auf die Innenhoflandschaft hineingefahren. Behördliche Autos, die die obere und untere Aus- und Zufahrt zuparkten.

Jede Menge Personen also, die das brachten, zu was ich auf meinen zwei Beinen nicht imstande war: bei Hans-Georg Tabert eindringen.

In der Kriminalsache Hans-Georg Tabert haben Polizisten bei Hans-Georg Tabert an der Haustüre geläutet. Die von der Polizeibehörden, die von irgend jemandem den Tipp gekriegt hatten, daß Hans-Georg Tabert sich sicher auf seinem Gehöft in Geiersdorf aufhalten würde, nirgendwo sonst.

Ins Ausland hätte Hans-Georg Tabert sich an dem Tag absetzen wollen, habe ich bei meinen Recherchen auf den Seiten der regionalen Printmedien in den verschiedensten Journalistentexten gelesen. Die Abreise Hans-Georg Tabert, die verzögerte sich allerdings, weil es anderen Familienmitgliedern der Tabert-Familie an Geschick ermangelte, ausreichende Barmittel herbeizuschaffen, die Hans-Georg Tabert für seine Flucht als nötig ansah. Diese Probleme kosteten Hans-Georg Tabert einmal wertvolle Stunden. Andererseits wollte Hans-Georg Tabert sich anscheinend auch nicht recht beeilen, seine eigentliche Heimat schnell wieder zu verlassen; daheim ist daheim. Das waren schließlich die Gründe, die dazu führten, daß Hans-Georg Tabert den herbeifahrenden Mitarbeitern der Polizeibehörde präsent blieb. Als die Polizeikolonne die Geiersdorfer Bergstraße hochfuhr, war Hans-Georg Tabert immer noch drinnen in seinem Haus, und die Geiersdorfer Mobiltelefone hatten für eine Viertelstunde ein Empfangsloch. Niemand schaffte es, die Taberts über das unmittelbare Ankommen von vielerlei Polizei zu unterrichten.

Ziemlich unübersichtlich, das Geschehnis in Hans-Georg Taberts Großbauernhaus. In einem Bericht stand zu lesen, Hans-Georg Tabert hätte sich in seinem Empfangsraum mit jemandem eingesperrt gehabt, mit dem er lautstark gestritten hätte. Dann, als er dort alleine herauskam, war für die draußen Stehenden vom anderen drinnen weit und breit in der Räumlichkeit nirgends irgendwas zu blicken. Zwei seiner Brüder hätte Hans-Georg Tabert hergeboxt. Weil die so lange gebraucht hatten, Geld aufzutreiben. Da wäre dann plötzlich außerdem Manuela Dombrowski ins Blickfeld aller geraten, Manuela Dombrowski mit einer Waffe in der Hand und zu allem entschlossen.

Bei späteren Vernehmungen durch die Polizeibehörden hat Hans-Georg Tabert ausgesagt, daß er keine einzige Waffe bereitliegen gehabt hätte, auch nicht für die Flucht. Seine Waffenschränke wären zugeblieben, und daran hätte auch das Eintreffens der Polizeikolonnen nichts geändert. Übersetzt hieß das: Manuela Dombrowski, die hätte sich aus eigenem Antrieb einen Schlüssel zu einem der Schränke mit Waffensortiment besorgt, eine Pistole und gefüllte Magazine daraus zu entnehmen. Die Schußwaffe hätte Manuela Dombrowski selber entsichert. Alles, was sich in der Folge ereignet hätte, das wäre alleine auf Manuela Dombrowskis Mist gewachsen gewesen.

Muß man zugeben, die Lage im Tabert-Wohnhaus war einigermaßen unübersichtlich, vieles vorstellbar. Aufgeregt diskutierten die Anwesenden wegen den vielen Fahrzeugen von der Polizei, die draußen am Hof aufgefahren waren. Polizeibeamte, die am Ende für Dauerläuten im Hausinnern bei Tabert sorgten. Hans-Georg Tabert überlegte, für alle laut vernehmlich in der Sprache, ob es nicht besser für alle wäre, wenn er freiwillig hinausginge, ehe das Gebäude gestürmt würde.

Das Heft des Handelns wurde Hans-Georg Tabert jedoch von Manuela Dombrowski aus der Hand genommen. Mit hochgehaltener Waffe trat Manuela Dombrowski drinnen vor die Haustür, riß diese auf, hielt den Beamten in Uniform, die nach Hans-Georg Tabert fragen hatten wollen, den Pistolenlauf unter die Nase. Die beamteten Männer mußten die Hände hochnehmen, von der Türschwelle zurücktreten, während die Tür hinter Manuela Dombrowski zuging. Entweder von Manuela Dombrowski selber zugezogen oder von einer dritten Person im Innern zugeworfen, das wußte späterdings niemand genauer zu sagen. Selbst die nicht, die nahe bei allem dabei waren, nicht.

Nun begann Manuela Dombrowski damit, wie wild durch die Gegend zu schießen, ohne direkt auf jemanden zu zielen, und zum oberen Stall, dem mit dem Mauerwerk, zu sprinten. Ohne selber beschossen worden zu sein, erreichte Manuela Dombrowski die Bestallung in Massivbauweise. Hinter das Lenkrad des für Hans-Georg Tabert bereitstehenden Geländewagens hockte Manuela Dombrowski sich. Der Fahrzeugschlüssel steckte drinnen, Manuela Dombrowski startete den Motor, der augenblicklich ansprang. Mit Vollgas fuhr Manuela Dombrowski aus dem Stallinnern heraus, fing an, mit ihrem mächtigen Gefährt die im Weg stehenden Polizeiwägen aus dem Weg zu rammen. Während Manuela Dombrowski, die die Seitenfenster automatisch herunterfahren hatte lassen, einen Schuß nach dem anderen aus der Pistole abgab. Unmengen von Patronen, die Manuela Dombrowski verschoß. Geübt wie ein Soldat, Magazine, die sie in den Jacken- und Hosentaschen ihrer Jeans hatte, wie der Blitz zu wechseln, Manuela Dombrowski, der schwere Tabertbesitz-Geländewagen voll in Fahrt, beschäftigt mit lustigem Polizeiwägen-Bumsen.

Beim Lesen der Artikel der Zeitungskorrespondenten, die für die Lokalseite arbeiteten, fragte mich öfters, ob Manuela Dombrowski nicht statt einer Pistole ein Maschinengewehr in den Händen hatte, so viele Schüsse wie Manuela Dombrowski abfeuerte. Ohne je mit einer Kugel einen Polizisten am Innenhof zu treffen. Am Ende hatte Manuela Dombrowski es geschafft, für ihren Wagen und sich freie Stecke zu kriegen. Im schwarzmetallikfarbenen Geländewagen Hans-Georg Taberts konnte Manuela Dombrowski aus dem Innenhof oberhalb herausfahren. Den Weg die Geiersdorfer Bergstraße hinunter nahm Manuela Dombrowski über die Wiesen. Im allerhöchst möglichen Tempo raste Manuela Dombrowski die Kurvenstrecke von Geiersdorf hinunter, verfolgt von ein mehreren Polizeiwägen, einem Notarzt- und von einem Feuerwehrauto.

Hauptsächlich, daß die Geiersdorfer Bergstraße hinauf und -unter eine Kurvenstrecke ist. Eine, die jeder Autofahrer in angemessenem Tempo bewältigen sollte, gleichgültig in welche Fahrtrichtung. Für Manuela Dombrowski kam es also ein paar Kurven tiefer die Straße hinunter, wie es für Manuela Dombrowski kommen mußte: In der Kurve schrammte Manuela Dombrowski in dem Hans-Georg-Tabert-Eigentum-Geländewagen an die Leitplanken heran. Dabei durchschlug der schwere Geländewagen am Schluß eine der Planken in der Mitte. Jenseits flog Manuela Dombrowskis Fahrzeug ein Stück, landete mit den Rädern auf einer steil abschüssigen Bergwiese.

Ein gewisses Maß an Glück, das Manuela Dombrowski brauchen hätte können, nur fehlte Manuela Dombrowski ein Glücksmoment. Der Notarzt, der ohnehin beim Polizeieinsatz mit dabei war, der den Polizeiwägen hinterhergefahren war, war mit denen vom Polizeitrupp zwar in einer Minute an der Unglücksstelle, der dicken Tanne, an der Manuela Dombrowski Wagen eingeschlagen war. Nur, viel zu tun gab es für ihn bei Manuela Dombrowski nicht mehr. Äußerlich seltsam unversehrt, daß Manuela Dombrowski zwar ausschaute, beschrieb der Mann denen vom Regionalfernsehen gegenüber das Bild, das er schaute; aber Manuela Dombrowski war tot. Einen Genickbruch, den der kundige Mann beim Abtasten Manuela Dombrowskis augenblicklich feststellte. Trotzdem beeilten sich die Feuerwehrleute, die ebenfalls vor Ort den Polizeieinsatz begleiteten, Manuela Dombrowski aus ihrem Unglücksfahrzeug herauszubringen. Als Manuela Dombrowski aus dem Geländewagen ihres Geliebten Hans-Georg Taberts draußen war, versuchte der Notarzt eine Reanimation Manuela Dombrowskis. Dreimal versuchten das die Ärzte, weil Manuela Dombrowski alles andere wie tot wirkte, die Wiederbelebung.

Nichtsdestotrotz: Alles vergebliche Liebesmüh. Verschiedenste innere Verletzungen wurden bei Manuela Dombrowski bei der Obduktion festgestellt, von denen jede einzelne zum Tod Manuela Dombrowskis führen mußte.

 

Das heißt, Tagebuch: Manuela Dombrowski war tot, und Manuela Dombrowski war von Amts wegen obdukziert worden. Aufgeschnitten hatten sie Manuela Dombrowski.

Überdies berichtete ein Reporter in einem Artikel für die Lokalzeitung ein Reporter, der bei Manuela Dombrowskis Begräbnis von Anfang bis Ende dabei war, davon, daß Manuela Dombrowskis Mutter, ehe die Sargträger den Sarg für Manuela Dombrowskis letzten Weg hochnehmen konnten, den Sargdeckel noch einmal öffnen ließ. Für einen aller-, allerletzten Blick auf die sterblichen Überreste ihrer jüngsten Tochter Manuela. Eine Bitte, die Manuela Dombrowskis Mutter nicht abgeschlagen wurde.

Auf jeden Betrachter machte Manuela Dombrowski den Eindruck von einer, die nur einen Moment eingeschlafen war, jede Sekunde aber sofort erwachen würde. Und Mutter Dombrowski kreischte wild geworden auf, warf sich auf den Leichnam ihres toten Kindes im Sarg. Starke Arme mußten eingreifen, die verzweifelte Frau anfassen, sie von dem Leichnam Manuelas herunterzerren und aus der unmittelbaren Umgebung des Holzsarges fortziehen, daß der Totengräber den Deckel wieder draufmachen und die Träger ihre Arbeit für die Prozession machen konnten.

 

Und jetzt, liebes Tagebuch? Du überblickst in Dir das ganze Bild. Ausführlich habe ich in Dir die Geschehnisse beschrieben.

Wie stehe ich jetzt für Dich da?

Du, Tagebuch, Du weißt von dem, von dem von Manuela und mir. Alles habe ich beschrieben, was an diesem Nachmittag des zehnten Juli zwischen Manuela und mir war.

Dieser verfluchte Tag, der zehnte Juli, als Manuela Dombrowski mir vorm Kino, dem Unteren, vor die Füße gelaufen ist.

Manuela Dombrowski, eine Tote. Mir gegenüber jedoch sehr lebendig.

Ganz, als wäre das das Normalste auf der Welt steht Manuela Dombrowski einfach mal für mich in der Gegend rum.

Nicht viel komisch, bei Manuela. Höchstens ein bißchen sehr bleich im Gesicht, Manuela. Wenig Sonne abgekriegt in der letzten Zeit, an den Füßen, überall. Als wäre sie wo weggesperrt gewesen.

Außerdem - das kommet erschwerend hinzu - zehn Jahre dazwischen, zwischen dem Gestern, daß Manuela und ich noch ein Paar waren, und dem Heute, daß Manuela und ich uns wiedersahen. Dieses Vorkommnis.

Kann sicher hier in Dir in der Datei behaupten, liebes Tagebuch, daß ich die letzten Jahre kaum an Manuela gedacht habe. Nicht für viel. Nicht einmal als sexuelle Phantasie hat es Manuela Dombrowski öfters bei mir gegeben. Obwohl Manuela Dombrowski eine war, an die ich gut öfters denken hätte können, mal alleine für mich, mit der Hand bei der Sache ...

Oft genug haben Manuela und ich es getrieben.

Daß das so bei mir in den Hintergrund treten konnte? Wie bei dem Sprichwort: Aus den Augen, aus dem Sinn.

 

Die wahnsinnige Tatsache, die bleibt für mich bestehen: Ich begegne Manuela Dombrowski. Als wäre sie eine, am Leben.

Obwohl SIE verstorben ist. Seit Monaten.

Sogar eine Obduktion hatte Manuela Dombrowski hinter sich. Für die jede, jeder tot sein muß.

Man kann die Sache auch anders ausdrücken: Danach ist man sicher tot.

Manuela Dombrowski, ihr Tod, quasi erwiesen. Mit dem Thema, Manuela Dombrowski am Leben, damit kann ich der Welt nicht für länger ankommen. Das könnte mir zu einigen Problemen verhelfen.

 

Wer glaubt mir das, kommt das zum Vorschein, was bei Manuela Dombrowski los war, wo sie letztendlich gelandet war - daß mir Manuela Dombrowski über den Weg läuft?

Kann ich das überhaupt selber glauben?

Lasse ich Manuela Dombrowskis Grab aufbuddeln, den Sarg Manuela Dombroskis öffnen, ist Manuela im Innern drinnen ...

Wahnsinn. Wahnsinn.

Wie ich es auch drehe, wende - es ist ... Kann das sein, daß ich nicht richtig ticke?

Oder - wie erklärt sich das vernünftig, was ich in dieser Tagebuch-Datei hier als Realität festgehalten habe? Diese Sammlung an Einträgen - auf was fußen die?

Muß die Datei jetzt nur noch vervollständigen, ihr sprachlich einen gewissen letzten Schliff geben - könnte ich das als Buch veröffentlichen.

Eine Geschichte voller Unübersichtlichkeiten hätte ich geschrieben. Gruseln kann man sich.

Nur, daß ich das im Ernst meine, ich hätte die Begegnung wirklich gehabt, sogar danach, nach der nächmittäglichen Erscheinung, hätte sie - Manuela Dombrowski - mich noch verfolgt - das sollte ich am Schluß besser nicht zu nachdrücklich behaupten.

Könnte ich in einer Klinik landen. Müßte mir Gewahr sein, daß ich auf meinen Geisteszustand untersucht würde. In der Neurologie, daß ich ...

 

So was ist für jeden gefährlich. Jeder sollte sich davor in acht nehmen, eingeliefert zu werden. Am Schluß habe ich irgendwann keine Ahnung mehr, was mit mir ist, daß ich schon diese ewige Zeit in dem Klinikum bin. Meine Ärzte, Pfleger, die sagen mir jedoch, daß ich möglicherweise noch viel, viel länger bleibe ...

Auch wenn ich eigentlich harmlos bin. Keinen umgebracht habe, so wie andere. Trotzdem müßte man mich behalten ...

 

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