deMehr's K.K.-Expo, I 30
16. April 2013 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #K.K.
30. Paste
* Schmerz ließ René Depart zu sich kommen. Irgendwer war über ihm, fummelte an ihm rum; aber das war gleichgültig, wenn man die Augen nicht aufbrachte, sich nicht rühren konnte. Und die Welt bestand aus Pein. René Depart war, als würde ihm Weiches auf die linke Brustseite geklatscht. Melodisches Zwitschern. Dieses Gezwitschere, nach Vogelart, das kannte er; Vögel waren das bloß keine. Das waren die "Raptoren". Diese Erkenntnis brachte René Depart die Bewußtlosigkeit zurück.
* Beim nächsten Erwachen konnte René Depart die Augen aufmachen und wenigstens ein kleines bißchen die Füße bewegen. Die "Raptoren" waren kein Traum, nicht für ihn. Drei der "Raptoren" waren über ihm. Drei gewaltige "Raptoren"-Köpfe. Glotzende gelbe Augen. Gefährliche Mäuler öffneten sich, präsentierten rasiermesserscharfe Zahnreihen. Zum Töten gemacht, zu keinem anderen Zweck. Die offenen Biestmäuler senkten sich auf René Depart herab, und wieder kam für René Depart das Dunkel des Nichtwissens.
* Das war eine Pein; wild warf René Depart sich hin und her. Die brennende Qual hatte mit dem zu tun, was er von den "Raptoren" auf die linke Brust kriegte. Irgendein hellgrünes Zeug. Erst mal war das sogar angenehm, bis es nach kurzer Zeit seine Wirkung zu entfalten begann. Dann war das direkt böse unerträglich. Warum brachten die Viecher ihn, René Depart, nicht einfach um? Was hatte er ihnen getan, daß sie mit ihm herumspielen mußten, eine Schinderei bei ihm veranstalten? Ein schneller Tod, und nichts mehr, das wäre es doch gewesen.
* Wieder war es die gleiche Szene mit den "Raptoren". Dann: Mit der flachen Hand klatschte René Depart gegen die Schnauze des "Raptoren", der sich gerade herabbeugte. Das hätte René Depart nicht tun sollen, der "Raptor" mit dem roten Flecken zischte böse. "Rot-Schnauze" näherte sich mit seinem Monstermaul René Departs Gesicht. Dann öffnete sich das Maul mit seinen Rasiermesserzähnen, fuhr herab, verpaßte René Depart ein sattes, schmerzhaftes Zwicken an der Kehle.
* Der Atem der "Raptoren" roch nach Minze; endlich hatte René Depart das Wort dafür. Dauernd hatte er herumüberlegt, war nicht draufgekommen, was das für ein Geruch war. Dann der Geistesblitz: Minze! Da, sie waren zurück: immer dieselbe Prozedur. Zu dritt beugten sie sich über ihn, René Depart, spuckten ihm das, was sie hergekaut hatten, auf die Brust. Für die Geschichte mit dem Rücken wurde er, René Depart, von zwei "Raptoren" angehoben und vorsichtig etwas gedreht. Anfangs wohlige Wärme, wenn das Zeugs seine Wirkung entfaltete, brannte es gräßlich. Ziemlich unerträglich weiterhin, aber ohnmächtig wurde er davon mittlerweile nicht mehr.
* Über René Depart wiegten sich die Äste; dichtes Blattwerk schützte vor der prallen Sonne. René Departs Lager fand sich auf weichem Stroh. Sobald René Depart den Kopf nach links oder rechts drehte, erblickte er "Raptoren", ebenfalls auf Strohlagern. Verletzte "Raptoren". Verschiedenste Verwundungen hatte die "Raptoren", am Unterbauch, an den Laufbeinen. Einem fehlten Krallen. Von den dreien rechter Hand war einem unter Tags öfters Blut aus dem Maul gelaufen. Der ging jetzt ab. Also mußte das Ende gekommen sein, war bei dem nichts mehr zu machen.
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