deMehr's K.K.-Expo, I 31
17. April 2013 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #K.K.
31. Revital
* Interessant fand René Depart, daß es die Jung-"Raptoren" waren, die die geheimnisvollen Kräuter feinkauten, auf große Lilienblätter spuckten. Die "Alten" speichelten das noch mal länger durch. Jedenfalls hätte er, René Depart, gerne das genaue Rezept gehabt; das wäre interessant gewesen, aus welchen Pflanzenbestandteilen die lange nicht austrocknende, heilfördernde Paste gemischt wurde. Denn das Zeug half; den gestrigen Tag hatte er relativ bewußt erleben können. Und der neue Tag war sogar noch besser, was seinen körperlichen Zustand anbetraf. Größerer Schmerz entstand nur, wenn er sich einmal zu heftig bewegte.
* Fast wollte René Depart alles wie eine wundersame Erscheinung vorkommen. Das allergrößte Geschenk, das ihm zuteil wurde: das Leben. Er, René Depart, durfte am Leben bleiben. Ivan Hammer, "Hammer der Schreckliche", Pierre Raul und Gina Davies, tot. Beste Freunde waren sie gewesen, hatten viel miteinander erlebt. Überdies Irene, Irene, seine einzige Tochter, Irene trieb sich bei diesem Jaques herum; das war die Frage, ob es Irene bei Jaques auf die Dauer gut ging.
* René Depart wollte sich nicht in seinen trüben Gedanken verlieren, rappelte sich wieder in die Höhe, auf die Füße. Kein Schwindelgefühl mehr; fast war es wie sonst. Sofort wagte René Depart die nächsten Schritte, weiter als zuvor. Neben René Depart hinkte ein "Raptor" her, einer, der sich ebenfalls daranmachte, neu ins Leben zurückzukehren. Der "Raptor" blickte aus seinen gelben Augen stumpf daher, als läge er noch mehr darnieder als daß er Teil der lebenden Welt wäre.
* Das Leben war schön. Überall erblickte René Depart geschäftiges Treiben. Ungefähr armlange Jung-"Raptoren", die herumsprangen, sich um alles und jedes kümmerten. Sie waren den Älteren wirklich eine Last. Gefüttert wurden die Kleinen wie Vögel im Nest gefüttert wurden: Sie bezwitscherten das Elterntiere, bis die beruhigend zurückzwitscherten, endlich die großen Mäuler aufrissen, gaben. Die Kleinen fraßen den Großen das Vorgekaute dort heraus.
* Einge der erwachsenen "Raptoren" schleppten Geäst. Andere beschäftigten sich mit dem Bau von Erdhügeln. Wahrscheinlich, daß in diesen halbmannsgroßen Hügeln die nächste Brut schlüpfen würde. Dachte er, Rene Depart, nach, überschaute er die Zahl der Jungtiere, waren das vier-, fünfmal so viele wie die Erwachsenen. An strategisch wichtigen Punkten des Lagers waren Wächter aufgestellt. Grimmig wirkten diese Wächter. Guckte man sich diese "Raptoren" an, war es die Frage, ob die nach außen wachten oder die Wache denen drinnen galt.
* Ein Stöhnlaut entwich René Depart; er hatte "Chef Rotschnauze" entdeckt. "Chef Rotschnauze", der mit zwei "Kollegen" daherstolzierte. Die nächste "Krankenvisite" stand an. Und die Erinnerung an kürzlich erlittene Qualen machte, daß bei René Depart darüber recht wenig Freude aufkam. Auch der "Raptor", der neben ihm dastand, empfand das nicht anders, ließ einen Jammerquietschlaut vernehmen, wandte sich um, um auf sein Strohlager zurückzukommen.
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