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Blog von TeddeMehr

deMehr's K.K.-Expo, I 33

19. April 2013 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #K.K.

 

33. Das Unglück

 

* Unruhe fand sich in René Depart; er konnte nun nicht für immer in dem "Raptoren"-Lager bleiben. Es war komisch, die letzten Tage hatte er hin und wieder gemeint, das Geräusch eines Hubschraubers zu erlauschen, ganz fern, genausogut hätte es eine Einbildung sein können. Keine Schießerei mehr, nirgendwo in der Umgebung. Dabei war "Chef Rotflecke" bereits einmal in die Gefangenschaft der Jäger geraten. Die Frage war nun, ob die "Raptoren"-Gemeinschaft in Strandnähe sich niederließ. Nachts dachte er, René Depart, öfters, er würde Meeresrauschen hören. War das Meer nahe, war die "Peter" nicht fern. Seine Freunde von der "Peter". Was trieb die Mannschaft der "Peter"? Das wäre es, am Strand entlangzumarschieren, vielleicht jemandem von der "Peter" zu begegnen. Wenn es die "Peter" überhaupt noch gab. Das mußte er erfahren. Und das, ob dort der Sandstrand hinter den dichtstehenden Palmen zu entdecken war.

 

* René Depart zögerte. Es war Widerwille in ihm, die Grenze zu überschreiten. Bisher hatte er sich das nie getraut. Einfach in das "Raptoren"-Lager hineinzuspazieren, zwischen ihre Nesthügel zu gehen, als wäre das das Allernormalste auf der Welt. Andererseits, wenn er erst drüben auf der Strandseite jenseits der Palmen war, war er, René Depart, frei. Wenn er von einem Ausflug nicht zurückkehrte, würde das der mit dem roten Fleck auf der Schnauze gewiß verstehen. Schließlich gehörte er, René Depart, in keinster Weise hier dazu.

 

* Endlich hatte René Depart genügend Antrieb gefunden; lange genug hatte es gedauert. Ziel war der Strand. Der Strand und die "Peter". Er mußte wissen, wie es seinen Freunde von der "Peter" ergangen war. Dort war sein Platz, da gehörte er hin. Langsam, zaghaft schritt René Depart voran, als könnte einer der "Raptoren" seine Absichten erraten. Hin und wieder blieb René Depart stehen, betrachtete interessiert einen der Erdhügel. Dann setzte René Depart seinen Weg wieder fort. Wie vor eine Wand gelaufen, verhielt René Depart: seine drei "Freunde". Als der Bursche, der den Anführer abgab, die gewünschte Aufmerksamkeit bekam, krähte er. Die beiden Kumpane links und rechts daneben glotzten undefinierbar.

 

* Eine bessere Lösung des Problems fiel René Depart nicht ein als Nichtbeachtung. Er drehte sich einfach zur Seite, eine andere Marschrichtung einzuschlagen. Das halbe Anführerlein zwitscherte aufgebracht. Plötzlich merkte René Depart, daß er von hinten angesprungen wurde, einen kleinen Stich in den Rücken abbekam. Der Angreifer, der außer Reichweite davonhüpfte, war nicht der kleine Chef selbst, es war einer seiner Knilche. Auf das Kommando des Anführers hin griffen alle drei an. Nach besten Kräften suchte sich René Depart der Attacken zu erwehren, trat, schlug zu, schmiß sie von sich. Abermals spürte René Depart, daß eine Sichelkralle ins Ziel gefunden hatte, an der rechten Hüfte. Die Verzweiflung bei René Depart wuchs von Sekunde zu Sekunde. Die Verletzung auf der linken Brusthälfte heilte zwar gut, aber der Beweglichkeit des linken Armes half der Schmerz und das Ziehen nicht. Das durfte es nicht sein, daß er demnächst am Boden zu liegen kam, das wäre das sichere Ende.

 

* Schlagartig war alles vorbei, Ruhe auf der Szene. Schweiß wegblinzelnd guckte René Depart auf den Nachwuchsanführer des Mini-"Raptoren"-Trios herab, der am Erdboden lag, in Agonie zuckte, blutüberströmt. Die beiden restlichen Kerlchen, die ständigen Satelliten des einen, waren spurlos verschwunden. Rundum sich im Kreis drehend, überschaute René Depart die stille Runde erwachsener "Raptoren". "Chef Rotflecke" zwitscherte niedergeschlagen, einer der "Raptoren" trat tatsächlich zur Seite, gab den Blick frei Richtung altbekanntem Platz Krankenlager. Sofort begriff René Depart, daß das jetzt sein Weg war, sein einziger. Und René Depart ließ sich nicht lange bitten, brachte sich in Bewegung, stellte einen Schritt vor den nächsten, ohne hinzusinken. Der Gedanke, loszulaufen, das wäre sicherlich der tödliche der Fehler gewesen. So gewann er ein bißchen Zeit.

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