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Blog von TeddeMehr

deMehr's K.K.-Expo, I 47

3. Mai 2013 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #K.K.

 

47. Keine Wahl

 

* Ruth war untröstlich. René Depart wußte nicht, was er noch zu Ruth sagen sollte; wenigstens lebte Irene, während andere gestorben waren. Schluchzer entflohen Ruth, und Ruth drückte sich an René Departs Brust. Auch wenn Irene, ihre gemeinsame Tochter, in Jaques' Händen wäre, müßte das nicht bedeuten, daß Irenes Lage aussichtslos wäre, redete René Depart leise auf Ruth ein. Der Griff von Ruths Händen an René Departs Rücken war schmerzhaft, die Raptoren-Wunde. Irene wäre wie eine Katze, hätte neun Leben, plapperte René Depart. Kopfschütteln bei Ruth. Dann löste Ruth sich von Ehemann René, reckte ihre Arme anklagend gen Himmel, schrie Worte in Cockney, die René Depart unbekannt waren.

 

* Auf dem Kapitänsdeck redeten Anton Dieger und dieser Jack Spearbow miteinander. Seit einigen Minuten war der amerikanische Marinesoldat wieder an Bord der "Peter". Spearbow, der Mann, der dafür gesorgt hatte, daß die "Peter" unter freiem Himmel nahe der Nebelwand vor Anker lag, statt in Sicherheit in der Grotte. Jeder Helikopter, der mal daherflog, hatte beste Sicht auf die "Peter", und Jack Spearbow war der Schuldige.

 

* Ruth hielt sich an der Reling fest, starrte auf das Wasser hinab. Der Blick René Departs wanderte zu Anton Dieger und Jack Spearbow auf dem Kapitänsdeck zurück. Auf den Blickkontakt schien Anton Dieger gewartet zu haben, Anton Dieger winkte zu René Depart hin, René Depart sollte kommen. Gereizten Tones meinte René Depart zu Ruth, daß sie beide mal schauen sollten, was Anton denn Schönes von ihnen wollte.

 

* Irgendwie geknickt stand Anton Dieger vor René Depart, knüllte seine alte Kapitänsmütze mit den Händen. René Depart verdrehte die Augen, weil Anton Dieger den Mund nicht aufbrachte. Schließlich schnauzte René Depart Anton Dieger an, daß man mit ihm, René Depart, reden müßte, wenn man was von ihm wollte. Es wäre etwas passiert, druckste Anton Dieger weiterhin rum, um doch auf den Punkt zu kommen: Daraus würde nichts werden, wegen Irene noch mal ins Innenland der Insel zu machen. Jack Spearbow nickte, erklärte mit fester, lauter Stimme, daß es das Allerbeste für die gesamte Besatzung der "Peter" wäre, auf der Stelle die Anker zu heben, den Motor anzuwerfen, um so weit wie möglich von der Insel fort zu sein. Das würden die Piraten nämlich gerade eben tun, ihre Zelte abbrechen. Anton Dieger mischte sich ein, sagte erregt, Jack Spearbow hätte vorhin bei den Piraten Funksprüche mitgehört, in denen davon die Rede war, daß eine amerikanische Flottilie auf der Fahrt zur Insel wäre.

 

* Gereizt rieb sich René Depart die Nase, während der Blick Jack Spearbows fest auf ihm ruhte. Aufs neue fing Jack Spearbow zu sprechen an, meinte, daß er sich sicher wäre, daß die Bosse der Piraten die ersten wären, die von der Insel verschwänden. Sobald aber der letzte Pirat von der Insel fort wäre, würden die Piraten sicherlich den Sicherheitsgürtel um die Insel sofort aktivieren. Schon alleine, um alles aussehen zu lassen, als wäre nichts auf der Insel passiert, was den Piratenschiffen einen weiteren Vorsprung gewähren würde. Und wenn der Gürtel wieder eingeschaltet wäre, dann funktionierte bei den Unterwasserbojen nicht nur ihr Magnetismus, sondern auch die Sprengzünder. Den Code würde er, Jack Spearbow, nicht kennen, mit dem die Zünder ausgeschaltet werden könnten. Und wenn die Kriegsschiffe auf der Insel angekommen wären, die Besatzungen rübermachten, würden sie bald festgestellt haben, daß die gesamte Mannschaft, die auf der Insel stationiert gewesen war, umgebracht wurde, ebenso die Wissenschaftler und ihre Teams. Daraufhn begänne auf der Insel die Suche. Und alle an Bord der "Peter" sollten sich das vor Auge halten: Selbst wenn die Marines wüßten, die Leute von der "Peter" wären keine Piraten, würden sie die Leute von "Peter" nicht einfach abreisen lassen. Noch niemand, der nicht auf einem amerikanischen Kriegsschiff Matrose war oder dem es erlaubt wurde, auf der Insel zu arbeiten, hätte die Insel lebend verlassen. Das wäre die Wahrheit, nichts als die Wahrheit.

 

* Das Zeitfenster, während dem sie noch fortkönnten, müßten die Leute von der "Peter" ausnützen, setzte Jack Spearbow nach, der René Departs Nachdenklichkeit bemerkte. Und: Sie von der "Peter" müßten so weit wie möglich von der Insel fort sein, sollten sie von amerikanischen Kriegsschiffen gesichtet werden. Aber selbst dann müßten sie noch auf ihr Glück hoffen. Er, René Depart, hätte jetzt sofort die Entscheidung zu treffen, zum Ausdruck zu bringen, was ihm wichtig wäre: die Leute von der "Peter". Oder seine Tochter. Seine Frau Tochter, die vielleicht längst tot war oder mit den Anführern der Piraten auf einem Schiff. Grimmig sagte René Depart zu Jack Spearbow, daß Jack Spearbow augenblicklich von Bord der "Peter" gehen sollte. Auf der "Peter" würden sofort die Anker gelichtet und der Motor angeworfen. Ruth kreischte, rannte heulend davon, um unter Deck zu verschwinden.

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